Belarus 280 Festnahmen bei Protesten gegen Lukaschenko

Zehntausende haben am Wochenende gegen den belarussischen Machthaber Lukaschenko demonstriert. Dabei gab es offenbar deutlich weniger Festnahmen als bei Protesten eine Woche zuvor.
Demonstration in Minsk: Zehntes Protestwochenende in Folge

Demonstration in Minsk: Zehntes Protestwochenende in Folge

Foto: Natalia Fedosenko / imago images/ITAR-TASS

Die Proteste gegen den belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko ebben nicht ab - seit Monaten gehen immer wieder Tausende Menschen auf die Straße, um gegen das Regime zu demonstrieren. Bei den Massenprotesten am Wochenende gab es dabei offiziellen Angaben zufolge deutlich weniger Festnahmen als bei den Demonstrationen eine Woche zuvor.

Aus dem Innenministerium in Minsk hieß es, die Polizei habe 280 Menschen festgenommen, 237 von ihnen seien am Sonntag in Gefängnisse gebracht worden. Am Sonntag vor einer Woche hatten die Sicherheitskräfte mehr als 700 Menschen in Gewahrsam genommen.

Das Ministerium sprach von landesweit 8000 Teilnehmern bei den jüngsten Aktionen. Beobachter halten diese Zahl für viel zu niedrig. Sie gehen davon aus, dass allein in Minsk Zehntausende Menschen an den Protesten gegen Lukaschenko teilnahmen.

Es war das mittlerweile zehnte Protestwochenende in Folge. Nach der von Fälschungen überschatteten Präsidentenwahl am 9. August hat sich der mittlerweile international weitgehend isolierte Lukaschenko mit 80,1 Prozent der Stimmen zum Sieger erklärt. Die Opposition sieht dagegen Swetlana Tichanowskaja als die neue Präsidentin an. Die EU und andere Staaten erkennen das von offizieller Seite genannte Wahlergebnis nicht an.

Nach Angaben der Opposition wurde inzwischen ein weiterer politischer Gefangener aus dem Gefängnis freigelassen. Der Politikberater Witali Schkljarow sei in Hausarrest gekommen, teilte der Oppositionsstab am Montag mit. Dies sei nach Tichanowskajas Ultimatum an Lukaschenko erfolgt.

Aus dem Exil hatte die Oppositionsführerin den Staatschef aufgefordert, bis zum 25. Oktober alle Gefangenen freizulassen und zurückzutreten. Zudem forderte sie ein vollständiges Ende der Gewalt auf den Straßen - andernfalls drohe ein landesweiter Streik. Am Wochenende war bereits ein Anwalt der inhaftierten Oppositionellen Maria Kolesnikowa in Hausarrest entlassen worden.

mfh/dpa
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