Belarussischer Diktator Lukaschenko droht mit russischen Truppen im eigenen Land

Alexander Lukaschenko knüppelt die belarussische Opposition nieder, lässt seine Kritiker foltern und verfolgen. Nun stellt der Machthaber in Minsk klar: Im Extremfall würde er auch Wladimir Putin um Hilfe bitten.
Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko (im Juli): Immer wieder Unterstützung zugesichert

Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko (im Juli): Immer wieder Unterstützung zugesichert

Foto: Alexei Nikolsky / imago images/ITAR-TASS

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko würde nach eigenen Worten im Notfall auch russische Truppen um Hilfe bitten. »Derzeit gibt es dafür keine Notwendigkeit«, wurde Lukaschenko von der Nachrichtenagentur Belta zitiert. Sollte die belarussische Armee nicht ausreichen, werde er nicht zögern, um Hilfe des russischen Militärs zu bitten.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte Lukaschenko immer wieder Unterstützung zugesichert. Wirtschaftlich hängt Belarus seit Längerem am Tropf Russlands und hat Milliardenschulden.

Lukaschenko steht unter Druck. Im Sommer hatte er sich nach 26 Jahren an der Macht zum Gewinner einer manipulierten Präsidentschaftswahl erklären lassen, über 80 Prozent der Stimmen ließ er sich zuschreiben. Seitdem verfolgt er alle, die seinen Sieg infrage stellen. Zehntausende Menschen wurden vorübergehend festgenommen, Tausende zu Haftstrafen verurteilt. Seine Kritiker lässt Lukaschenko verprügeln und foltern, einige starben.

Oppositionsführerin Tichanowskaja traf US-Präsident Biden

Die Opposition führt Swetlana Tichanowskaja aus dem Exil an, sie war bei der Präsidentschaftswahl gegen Lukaschenko angetreten und gilt vielen als wahre Siegerin. Tichanowskaja traf sich zuletzt mit US-Präsident Joe Biden und Außenminister Anthony Blinken. Das Treffen mit Biden war zuvor nicht angekündigt worden.

Beobachter werteten es als deutliches Zeichen für die US-amerikanische Unterstützung der belarussischen Opposition. »Die USA stehen bei ihrem Streben nach Demokratie und universellen Menschenrechten an der Seite der Menschen in Belarus«, schrieb Biden daraufhin auf Twitter. Tichanowskaja bedankte sich in ihrem Post für ein »starkes Zeichen der Solidarität mit Millionen von furchtlosen Belarussen, die friedlich für ihre Freiheit kämpfen«.

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Lukaschenko reagierte am Freitag auf das Treffen der beiden. Er erwarte weiteren politischen Druck des Westens auf sein Land, sagte er belarussischen Medien. Er rechne zudem mit »mittelbarem Druck auf unsere östlichen Verbündeten und Partner«. Mehrere westliche Staaten haben die belarussische Regierung schon jetzt mit Sanktionen belegt.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Textes hieß es, US-Präsident Biden und Außenminister Blinken hätten sich mit Lukaschenko getroffen. Tatsächlich trafen sie die Oppositionsführerin Tichanowskaja. Wir haben die Angaben korrigiert.

slü/Reuters/dpa
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