Krise an Grenze zur EU Irak hat Tausende Menschen aus Belarus zurückgeholt

Sie saßen an der Grenze zu Polen, Litauen oder Lettland fest: Knapp 4000 Menschen aus Belarus hat der Irak zurück ins Land gebracht. Doch viele weitere sind noch vor Ort.
Migranten warten am Flughafen Minsk auf einen Flug der Iraqi Airways (Aufnahme vom 25. November 2021)

Migranten warten am Flughafen Minsk auf einen Flug der Iraqi Airways (Aufnahme vom 25. November 2021)

Foto: Sergei Bobylev / imago images/ITAR-TASS

Die Regierung in Bagdad hat nach eigenen Angaben seit Mitte November rund 4000 Iraker ins Land zurückgeholt, die an der belarussischen Grenze mit Polen, Litauen und Lettland festsaßen. Seit dem 18. November habe seine Regierung »zehn Flüge« zwischen Belarus und Bagdad organisiert, sagte der irakische Außenminister Fuad Hussein auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem litauischen Kollegen Gabrielius Landsbergis.

Laut dem Sprecher des irakischen Außenministeriums, Ahmed al-Sahaf, wurden in den vergangenen beiden Monaten insgesamt 3817 irakische Migranten aus Belarus und 112 aus Litauen zurückgeführt. Demnach sitzen immer noch Migranten in Belarus fest. Doch sei es derzeit unmöglich, ihre genaue Zahl zu ermitteln. Landsbergis sagte, er wolle neue Vorschläge für eine Zusammenarbeit mit den irakischen Behörden unterbreiten.

Tausende Geflüchtete aus dem Nahen Osten, vor allem aus den irakischen Kurdengebieten, haben seit dem vergangenen Sommer versucht, über Belarus in die Europäische Union zu gelangen. Die EU wirft dem belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko vor, die Menschen absichtlich an die Grenze geschleust zu haben, um Rache für EU-Sanktionen zu üben. Die belarussische Führung weist die Vorwürfe zurück.

Polen gibt die Zahl der Menschen, die im Jahr 2021 versucht haben, die Grenze von Belarus nach Polen zu überqueren, mit knapp 40.000 an. Insbesondere in den letzten Wochen des Jahres hat sich dabei eine humanitäre Krise zugespitzt. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt harrten Tausende Männer, Frauen und Kinder in den Waldgebieten entlang der Grenze aus, in der Hoffnung auf Aufnahme in der Europäischen Union. Zahlreiche Menschen kamen dabei ums Leben, sie erfroren, ertranken oder starben an Erschöpfung. Auch kurz nach dem Jahreswechsel befanden sich immer noch Hunderte Menschen im Grenzgebiet.

fdi/AFP
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