Lieferung von Luftabwehrraketen Belarus kündigt milliardenschweren Waffenkauf in Russland an

Mit einem gemeinsamen Militärmanöver baut Russland seinen Einfluss in Belarus aus. Minsk will bei seinem Übungspartner Waffen für mehr als eine Milliarde Dollar kaufen.
Militärübung »Sapad« am Samstag: Belarus und Russland wehren einen imaginären Angriff der Nato ab

Militärübung »Sapad« am Samstag: Belarus und Russland wehren einen imaginären Angriff der Nato ab

Foto: Alexey Kudenko / imago images/SNA

Belarus hat angekündigt, für mehr als eine Milliarde Dollar Waffen aus Russland kaufen zu wollen. Das gab der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko am Sonntag anlässlich eines gemeinsamen Militärmanövers  beider Länder bekannt. Nach Angaben Lukaschenkos geht es um Lieferungen russischer S-400-Luftabwehrraketen.

Lukaschenko sagte der Nachrichtenagentur Belta zufolge, es handele sich um eine außerordentlich wichtige Übung für die Streitkräfte. Denn sowohl Belarus als auch Russland seien anhaltenden sogenannten hybriden Angriffen des Westens ausgesetzt.

Denselben Vorwurf hatte umgekehrt Bundeskanzlerin Angela Merkel am Samstag bei einem Besuch in Polen an die Adresse von Belarus gerichtet. Wehrlose Menschen aus anderen Ländern würden als Subjekte »hybrider Attacken« benutzt, so Merkel am Samstag. »Ich halte das für vollkommen inakzeptabel.«

Ausnahmezustand ausgerufen

Belarus wird beschuldigt, gezielt Migranten etwa aus Irak einzufliegen, um sie dann über die Grenze zu Litauen und Polen in die EU abzuschieben. Hintergrund ist offenbar, dass die beiden EU-Staaten Oppositionelle aus Belarus aufgenommen haben.

Polen kämpft in der Folge an seiner 418 Kilometer langen Grenze zu Belarus mit einem Andrang von Migranten aus dem Nahen Osten. Das Land hat den Ausnahmezustand in der Grenzregion ausgerufen und mit dem Bau eines Zauns begonnen. Die Kanzlerin appellierte am Samstag an Belarus, den an der polnisch-belarussischen Grenze festsitzenden Flüchtlingen humanitäre Hilfe zukommen zu lassen.

Die gemeinsamen Militärübungen von Russland und Belarus finden noch bis Donnerstag in westlichen Landesteilen von Russland und Belarus statt, teils angrenzend an Nato- und EU-Gebiete. Nachbarländer wie die Ukraine sowie die Nato-Mitgliedstaaten Polen und Litauen werten dies als aggressiv.

Der russische Präsident Wladimir Putin hält dem entgegen, die Übungen richteten sich nicht gegen bestimmte ausländische Mächte. Er spricht zugleich von verstärkten Nato-Aktivitäten an den Grenzen Russlands und russischer Verbündeter.

jme/Reuters/dpa
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