Inhaftierte Oppositionelle in Belarus Lukaschenko-Kritikerin Kalesnikava soll es besser gehen

Der Gesundheitszustand von Maria Kalesnikava stabilisiert sich anscheinend. Laut Unterstützern liegt die belarussische Aktivistin nicht länger auf der Intensivstation. Warum sie im Krankenhaus ist, bleibt aber unklar.
Maria Kalesnikava während ihrer Gerichtsverhandlung 2021

Maria Kalesnikava während ihrer Gerichtsverhandlung 2021

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Ramil Nasibulin / dpa

Die Genesung der belarussischen Aktivistin Maria Kalesnikava soll laut Angaben ihrer Unterstützer voranschreiten. Der Pressedienst des ebenfalls inhaftierten Oppositionspolitikers Viktor Babariko teilte mit, Kalesnikavas Vater habe mit den Ärzten sprechen können. Mit seiner Tochter direkt sprechen darf er nicht. Sie liegt im Krankenhaus in Gomel im Südosten des Landes.

»Nach Angaben der Ärzte geht es ihr besser, und sie hat normalen Appetit«, hieß es in einer Mitteilung auf Telegram. Kalesnikava sei operiert worden und »kennt ihre Diagnose«. Was der 40-Jährigen fehle, sei ihrem Vater jedoch nicht mitgeteilt worden, hieß es weiter.

Kalesnikava war am Montag aus nicht näher genannten Gründen ins Krankenhaus eingeliefert und am Dienstag auf die Intensivstation verlegt worden. Diese habe sie mittlerweile verlassen können und werde nun in der chirurgischen Abteilung behandelt, hieß es in der Mitteilung.

Kalesnikava gehört zu den bekanntesten Gesichtern der Opposition in Belarus. An der Seite der Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja und der Aktivistin Veronika Zepkalo hatte Kalesnikava die Massenproteste gegen den autoritär regierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko im Jahr 2020 angeführt.

Als eine der wenigen führenden belarussischen Oppositionellen entschied sich Kalesnikava gegen die Flucht ins Exil. Im September 2021 wurde sie zu elf Jahren Haft verurteilt. Ihr war unter anderem »Verschwörung zur Ergreifung der Macht« vorgeworfen worden.

EU fordert Freilassung Kalesnikavas

Angesichts ihres Krankenhausaufenthalts hat die Europäische Union Belarus zur Freilassung Kalesnikavas aufgefordert. »Die Berichte über ihre gesundheitliche Situation sind sehr, sehr beunruhigend«, sagte der Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell.

Es sei »extrem wichtig«, dass Kalesnikava die notwendige medizinische Behandlung und Pflege erhalte, die ihr Gesundheitszustand erforderten. Die belarussischen Behörden trügen »die Verantwortung für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden, solange sie unrechtmäßig inhaftiert ist«, sagte der Sprecher.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, Kalesnikavas Vater habe direkt mit ihr sprechen können. Das ist nicht der Fall. Wir haben die entsprechende Stelle korrigiert.

atb/AFP/Reuters
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