Belarussische Oppositionelle Maria Kalesnikava laut Unterstützern auf Intensivstation

Sie gehörte zu den wichtigsten Figuren der Proteste gegen Machthaber Lukaschenko. Die Folge: Seit zwei Jahren sitzt Maria Kalesnikava in Haft. Nun soll sie in ein Krankenhaus gebracht worden sein.
Oppositionelle Maria Kalesnikava

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Ramil Nasibulin / dpa

Die in Belarus inhaftierte Regierungskritikerin Maria Kalesnikava ist in ein Krankenhaus in Gomel eingeliefert worden und liegt auf der Intensivstation. Das bestätigte ein Sprecher des ebenfalls inhaftierten Oppositionellen Wiktor Babariko dem SPIEGEL.

Kalesnikava gehört zu den bekanntesten Gesichtern der Opposition in Belarus. Anfang September 2020 wurde sie vom Geheimdienst KGB in Minsk entführt. Als sie in die Ukraine abgeschoben werden sollte, zerriss sie kurz vor dem Grenzübergang ihren Pass und vereitelte so Pläne, sie aus dem Land zu vertreiben. Seither sitzt sie trotz internationalen Protests in Haft.

Kalesnikava hatte für den ehemaligen Bankier Babariko gearbeitet, der ursprünglich gegen den Machthaber Alexander Lukaschenko bei der Präsidentenwahl im August 2020 kandidieren wollte, dann aber inhaftiert wurde. Sie war zusammen mit Swetlana Tichanowskaja und Veronika Zepkalo als Gegnerin von Lukaschenko international bekannt geworden (lesen Sie hier ein Interview mit ihr).

Nach der weithin als gefälscht eingeschätzten Wahl schloss sie sich den Massenprotesten an. Zeitweilig gingen mehr als 100.000 Menschen auf die Straße – allen staatlichen Widerständen zum Trotz. Sicherheitskräfte gingen massiv gegen die Demonstrierenden vor.

Insgesamt wurden in Belarus im Zuge der Proteste Zehntausende Menschen festgenommen, Hunderte wurden verletzt. Mehrere Menschen wurden getötet. Lukaschenko hatte sich nach 26 Jahren an der Macht mit 80,1 Prozent angeblicher Zustimmung erneut zum Präsidenten erklären lassen. Die Demokratiebewegung hingegen sieht Tichanowskaja als Siegerin der Wahl.

asa

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