»Strategie für den Sieg« Opposition in Belarus will Neuwahlen durchsetzen

Die belarussische Opposition um Swetlana Tichanowskaja hat ein Programm veröffentlicht, wie sie Machthaber Alexander Lukaschenko doch noch stürzen will. Dabei setzen sie auch auf internationale Hilfe.
Swetlana Tichanowskaja kündigt aus dem Exil neue Massendemonstrationen an

Swetlana Tichanowskaja kündigt aus dem Exil neue Massendemonstrationen an

Foto: Sergei Grits/ dpa

Genau ein halbes Jahr nach Beginn der Massenproteste in Belarus hat die Opposition um Swetlana Tichanowskaja die »Strategie für den Sieg der Belarussen« bekannt gegeben. Der Plan sieht unter anderem neue landesweite Proteste ab März vor. Um Neuwahlen durchzusetzen und Staatschef Alexander Lukaschenko zu stürzen, müssten sich längerfristig, aber vor allem Vertreter von Machtapparat und Demokratiebewegung gemeinsam an einen Verhandlungstisch setzen, heißt es. Dafür müsse Lukaschenkos Regime – etwa durch internationalen Druck – weiter geschwächt werden.

Tichanowskaja lebt derzeit im EU-Land Litauen und ist in ihrer Heimat zur Fahndung ausgeschrieben. Mit internationaler Unterstützung will sie zurückkehren. Ihre Mitstreiterin Maria Kalesnikava sitzt derweil weiterhin bis mindestens März im Gefängnis.

Die weithin als gefälscht geltende Präsidentenwahl am 9. August hatte in Belarus Massenproteste ausgelöst. Der oft als »letzter Diktator Europas« bezeichnete Lukaschenko hatte sich nach 26 Jahren an der Macht erneut zum Sieger erklären lassen, die Demokratiebewegung des Landes hingegen sieht Tichanowskaja als Gewinnerin.

Auch die EU erkennt Lukaschenko nicht mehr als Präsidenten an und hat bereits Sanktionen erlassen. Zu Hochzeiten beteiligten sich Hunderttausende Menschen an den Protesten, die oft brutal niedergeschlagen wurden. Es gab mehrere Tote, Hunderte Verletzte und Zehntausende Festnahmen. Mittlerweile fallen die Aktionen deutlich kleiner aus.

kim/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.