Auto mit Kalaschnikows gefunden Polizei verhaftet drei Männer nach Drohungen gegen belgischen Justizminister

Belgiens Justizminister Vincent Van Quickenborne ist bekannt für seine harte Haltung gegenüber organisierter Kriminalität. Die Polizei nahm drei Männer fest, die ihn offenbar entführen wollten.
Bedroht: Der belgische Justizminister Vincent Van Quickenborne ist für Kriminelle eine Hassfigur (Foto aus dem Sommer 2022)

Bedroht: Der belgische Justizminister Vincent Van Quickenborne ist für Kriminelle eine Hassfigur (Foto aus dem Sommer 2022)

Foto: Nicolas Maeterlinck / Belga / IMAGO

In Zusammenhang mit Drohungen gegen den belgischen Justizminister Vincent Van Quickenborne haben Polizisten drei Personen festgenommen. Die verdächtigen Männer seien in der Nacht zum Samstag in den Niederlanden gefasst worden, berichtete die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die belgische Bundesstaatsanwaltschaft. Die Sicherheitsvorkehrungen für den liberalen Politiker seien erhöht und einige seiner Termine abgesagt worden.

Den Angaben zufolge wurde die Staatsanwaltschaft im Laufe der Woche »über eine mögliche Bedrohung« Van Quickenbornes informiert. »Die ersten Ermittlungen zeigten schnell, dass diese Bedrohung ernst genommen werden musste.« Nach Recherchen des Senders VRT  wurde im Laufe der Woche nahe dem Wohnhaus des Ministers ein Auto mit Kalaschnikows und Benzinflaschen entdeckt. Das niederländische Kennzeichen des Wagens habe die Ermittler auf die Spur der Festgenommenen gebracht.

VRT zufolge handelte es sich um eine Bedrohung aus dem kriminellen Milieu. Die Täter hätten geplant, den Minister zu entführen. Dieser hatte den Kampf gegen die Drogenmafia in Belgien verschärft. Unter anderem hatte er ein Auslieferungsabkommen mit den Arabischen Emiraten vorangetrieben. Dubai ist laut VRT ein beliebter Aufenthaltsort für in Belgien aktive Kriminelle.

Bruch mit Islam-Verband

Wenige Tage zuvor hatte Van Quickenborne für Schlagzeilen gesorgt, als er der offiziellen Vertretung der Muslime im Land (EMB) die Anerkennung entzog. Der EMB war seit 1996 offizieller Gesprächspartner der Regierung, sollte Imame ausbilden und islamische Bildung organisieren. Van Quickenborne sagte, er habe »noch nie solchen Dilettantismus gesehen«. Laut belgischen Zeitungen bemängelte der Minister beim EMB zudem mangelnde Transparenz, fehlende Demokratie und schlechtes Management. Van Quickenborne sagte: »Die muslimische Gemeinschaft verdient etwas Besseres.«

mpz/dpa

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