Model vs. Minister Bella Hadid kritisiert Ben-Gvir für Palästinenser-Aussage – der nennt sie »Israel-Hasserin«
Itamar Ben-Gvir vs. Bella Hadid
Foto: [M] DER SPIEGEL; Gil Cohen-Magen / AFP ; Eric Gaillard / REUTERS»Mein Recht, das Recht meiner Frau und meiner Kinder, sich in Judäa und Samaria (Westjordanland) zu bewegen, ist wichtiger als die Bewegungsfreiheit der Araber. Das Recht auf Leben kommt vor der Bewegungsfreiheit« – das hat Israels rechtsextremer Polizeiminister Itamar Ben-Gvir in einem Fernsehinterview gesagt, wie unter anderem die Zeitung »Haaretz« berichtet. Dafür steht er nun in der Kritik – die unter anderem vom US-Model Bella Hadid kommt, deren Vater Palästinenser ist.
»An keinem Ort und zu keiner Zeit, vor allem nicht im Jahr 2023, sollte ein Leben mehr wert sein als das eines anderen«, schrieb sie auf Instagram an ihre fast 60 Millionen Follower. Sie fügte hinzu: »Vor allem nicht aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit, der Kultur oder des reinen Hasses«.
Ben-Gvir hatte sich in dem Interview anschließend an den arabisch-israelischen Journalisten Mohammad Magadli im Raum gewandt und gesagt: »Sorry Mohammad, aber das ist die Realität«. Der Minister reagierte nun auf Hadids Kritik mit einer Erklärung, in der er sie als »Israel-Hasserin« bezeichnete und ihr vorwarf, nur einen Ausschnitt des Interviews auf ihrem Social-Media-Konto geteilt zu haben, um ihn als Rassisten darzustellen.
This is how fake news is spread: I said yesterday on a TV broadcast that the right of Jews to live and not be murdered in terror attacks prevails over the right of Arabs in Judea and Samaria to travel on the roads without security restrictions. That is why checkpoints should be… pic.twitter.com/St9hXpqoIj
— איתמר בן גביר (@itamarbengvir) August 24, 2023
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Auch das US-Außenministerium schaltete sich unterdessen ein. »Wir verurteilen die hetzerischen Äußerungen von Minister Ben-Gvir aufs Schärfste«, teilte ein Sprecher auf Nachfrage mit. »Wir verurteilen jegliche rassistische Rhetorik«, hieß es aus dem US-Außenministerium. Israelis und Palästinenser verdienten »das gleiche Maß an Freiheit und Sicherheit«.
Mehrere Menschenrechtsorganisationen warfen Ben-Gvir vor, Apartheidpolitik zu betreiben. Das palästinensische Außenministerium verurteilte Ben-Gvirs Bemerkung am Donnerstag als »rassistisch und abscheulich« und sagte, sie bestätige »nur Israels Apartheid-Regime der jüdischen Vorherrschaft«.
Israel hatte 1967 das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute nach jüngsten Zahlen rund 700.000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen unabhängigen Staat Palästina mit dem arabisch geprägten Ostteil Jerusalems als Hauptstadt.
Ben-Gvir lebt mit seiner Familie in einer israelischen Siedlung nahe der palästinensischen Stadt Hebron. Hintergrund seiner Aussagen waren Forderungen nach härteren Beschränkungen für Palästinenser als Reaktion auf mehrere tödliche Anschläge auf Israelis im Westjordanland. Mitglieder der rechtsreligiösen Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu forderten etwa, Straßen noch strenger zu kontrollieren.