Bergkarabach Armenien und Aserbaidschan bringen Konflikt vor Uno-Gericht

Infolge des Bergkarabach-Konflikts hat Armenien Aserbaidschan vor dem Internationalen Gerichtshof der schweren Menschenrechtsverletzungen beschuldigt. Auch Aserbaidschan reichte Klage in Den Haag ein.
Internationaler Gerichtshof in Den Haag

Internationaler Gerichtshof in Den Haag

Foto: Mike Corder / picture alliance / AP Photo

Gut ein Jahr nach dem Krieg um die Südkaukasus-Region Bergkarabach haben Aserbaidschan und Armenien den Konflikt vor das Uno-Gericht in Den Haag gebracht: Armenien beschuldigte sein Nachbarland Aserbaidschan vor dem Internationalen Gerichtshof der schweren Menschenrechtsverletzungen.

Aserbaidschan sei verantwortlich für Gewalt, Hass und Rassismus gegen Armenier, erklärten die Rechtsvertreter des Landes in Den Haag. Die höchsten Uno-Richter müssten Sofortmaßnahmen gegen Aserbaidschan verhängen, um die »Spirale von Gewalt und Hass« zu stoppen.

Auch Aserbaidschan reichte Klage ein. Diese soll in der nächsten Woche verhandelt werden. Wann das Gericht urteilen wird, ist noch nicht bekannt.

Armenien beschuldigt das Nachbarland der Verfolgung und Diskriminierung von Armeniern und beruft sich dabei auf die Uno-Konvention gegen Rassismus. Kriegsgefangene seien gefoltert und exekutiert worden. Leichen getöteter Soldaten seien geschändet worden. Kriegsgefangene würden trotz internationaler Verpflichtungen nicht freigelassen, kulturelle und religiöse Stätten würden zerstört, erklärten die Rechtsvertreter. »Die Täter werden von staatlichen Instanzen Aserbaidschans unterstützt, ermutigt und verherrlicht.«

Hintergrund des Rechtsstreits ist der Krieg um die seit Jahrzehnten umkämpfte Region Bergkarabach. Mehr als 6500 Menschen wurden bei den Kämpfen vom 27. September bis zum 9. November vergangenen Jahres getötet. Aserbaidschan hatte schließlich mit türkischer Hilfe weite Teile des Anfang der Neunzigerjahre verlorenen Gebietes zurückerobert. Armenien sieht Russland als seine Schutzmacht an.

anr/dpa
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