Krieg in Bergkarabach Aserbaidschan nimmt sieben weitere Orte ein

Behörden haben im Krieg in Bergkarabach massiven Raketenbeschuss gemeldet. Die zwei wichtigsten Städte der Region sind zwar weiter unter armenischer Kontrolle, Aserbaidschan nimmt jedoch immer mehr Ortschaften ein.
Die Kämpfe in der Region Bergkarabach gehen weiter (Symbolbild)

Die Kämpfe in der Region Bergkarabach gehen weiter (Symbolbild)

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Im Krieg um die Südkaukasusregion Bergkarbach haben aserbaidschanische Streitkräfte nach Angaben von Präsident Ilham Aliyev weitere sieben Orte unter ihre Kontrolle gebracht. Armenien habe eine Niederlage im Kampf um die Region erlitten, schrieb Aliyev bei Twitter.

Die Behörden in Bergkarabach meldeten massiven Raketenbeschuss von aserbaidschanischer Seite und schwere Zerstörungen in der Hauptstadt Stepanakert. Die wichtigsten Städte Stepanakert und Schuschi sind demnach weiter unter armenischer Kontrolle. Die Zahl der getöteten Zivilisten in Bergkarabach und in Armenien stieg auf 50, hieß es.

Hinter einem Berg steigen Flammen auf, vorn liegt die Stadt Stepanakert

Hinter einem Berg steigen Flammen auf, vorn liegt die Stadt Stepanakert

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Aserbaidschan hat seit Beginn der Gefechte Ende September 210 Ortschaften unter seine Kontrolle gebracht. "Es lebe die aserbaidschanische Armee! Karabach ist Aserbaidschan!", schrieb Aliyev. "Wir haben moderne Waffen und einen sehr hohen Kampfgeist."

Mehrere Waffenruhen gebrochen

Die Kriegsparteien hatten zuletzt mehrere Waffenruhen unter russischer und amerikanischer Vermittlung gebrochen. Armenien beklagte einmal mehr den massenhaften Einsatz islamistischer Söldner aus dem Nahen Osten bei den Kämpfen. Russland hatte ihre Zahl auf mehr als 2000 geschätzt. Nach armenischen Angaben wurde mehr als die Hälfte der Kämpfer inzwischen getötet. Putin hatte von etwa 5000 Toten auf beiden Seiten gesprochen.

Der Konflikt um Bergkarabach schwelt seit Jahrzehnten. Aserbaidschan hatte in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren die Kontrolle über das Gebiet mit etwa 145.000 Bewohnern verloren. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe. Die Region wurde von Armenien kontrolliert, gehört aber völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan, das sich in dem Konflikt auf seinen "Bruderstaat" Türkei stützen kann. Russland gilt als Schutzmacht Armeniens.

Der russische Präsident Wladimir Putin hofft nach eigenen Angaben auf einen baldigen Frieden zwischen Armenien und Aserbaidschan. Leider werde bisher weiter gekämpft, sagte er bei einem Treffen mit Vertretern verschiedener Religionsgemeinschaften. Putin hatte in dieser Woche mit Aliyev und dem armenischen Regierungschef Nikol Paschinjan separat telefoniert. Paschinjan hatte Putin um militärischen Beistand gebeten, eine Antwort des Kremls ist bislang nicht bekannt.

hba/dpa
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