Alltag in Bergkarabach Leben im ewigen Krieg

Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan prägt seit drei Jahrzehnten das Leben der Menschen in der Region Bergkarabach. Eine Fotoserie dokumentiert die Spuren der Gewalt - und die Vorboten neuer Eskalation.
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Als Armenien und Aserbaidschan 1991 ihre Unabhängigkeit erklärten, begann der Krieg um Bergkarabach, eine bergige Region, in der rund 145.000 Menschen leben; die Bevölkerung ist hauptsächlich armenisch.

Den Panzer am Eingang der Stadt Şuşa nutzten Armenier, um das Gebiet nach dem Zerfall der Sowjetunion zurückzuerobern.

Seit September 2020 kam es erneut zu schweren Gefechten mit Toten und Verletzten, Mitte Oktober wurde eine Waffenruhe ausgerufen - doch sie ist brüchig.

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Die Spuren des Krieges von 1991 prägen die Region Bergkarabach und ihre Bewohner noch immer. Ein ehemaliger Soldat erlitt damals Gesichtsverletzungen. Bergkarabach wird heute von Armenien kontrolliert, gehört aber völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan.

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Nach dem Krieg Anfang der Neunzigerjahre wurde 1994 eine Waffenruhe vereinbart, die seither immer wieder verletzt wurde. Eines der heftigsten Gefechte zwischen der armenischen und der aserbaidschanischen Armee ereignete sich Anfang April 2016. Diese Familie, die in dem Dorf Madaghis nahe der Grenze lebt, wurde damals mitten in der Nacht von den Kämpfen überrascht.

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Soldaten trainieren in einer Baracke in Madharis, zehn Kilometer entfernt von der aserbaidschanischen Grenze. Bereits im Alter von 14 Jahren beginnen Kinder in Bergkarabach in der Schule mit Kampfübungen.

Foto: ALEXIS PAZOUMIAN
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Wachdienst im Schützengraben: Soldaten überwachen konstant die Bewegungen der feindlichen Armee in 500 Meter Entfernung. Nach dem zweijährigen Militärdienst will der Soldat Chamik zurück an die Uni gehen und einen Job finden - er möchte Tierarzt werden.

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Auch Zivilistinnen und Zivilisten stehen unter Beobachtung der verfeindeten Armeen. Diese Frau wohnt im letzten armenischen Dorf vor der Grenze. Teile des Dorfs sind in Sichtweite aserbaidschanischer Scharfschützen.

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Inmitten der immer wieder ausbrechenden Gewalt versuchen die Bewohnerinnen und Bewohner von Bergkarabach, ihrem täglichen Leben nachzugehen - so wie dieser Bauer, der sein Land bestellt.

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Bewohner von Bergkarabach, hier bei einem gemeinsamen Mahl nach der Beerdigung einer Dorfbewohnerin im Juni 2020.

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Die Straße von Eriwan, der Hauptstadt Armeniens, nach Stepanakert, der Hauptstadt von Bergkarabach führt durch raues Gebirge. Die Berge der Region sind ein wichtiges Symbol für die Armenier, die seit dem Genozid an ihrem Volk im Jahr 1915 über 120 Staaten der Welt verstreut leben.

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