Krieg im Kaukasus Russland fordert Abzug von Söldnern aus Bergkarabach

Armenien und Aserbaidschan bekämpfen sich in Bergkarabach. Doch dabei sollen nach Informationen Russlands auch Söldner zum Einsatz kommen. Außenminister Lawrow ist besorgt.
Aserbaidschanisches Militär: Sind auch Söldner in den Konflikt verwickelt?

Aserbaidschanisches Militär: Sind auch Söldner in den Konflikt verwickelt?

Foto: AZIZ KARIMOV / REUTERS

Russland hat nach eigener Darstellung jetzt eigene Hinweise auf die Anwesenheit von Söldnern bei den Kämpfen um die Konfliktregion Bergkarabach. Dort würden bewaffnete Kämpfer aus den Kriegsgebieten in Syrien und Libyen eingesetzt, teilte das Außenministerium in Moskau auf seiner Internetseite mit. Russland forderte den sofortigen Abzug dieser ausländischen Kämpfer illegaler Gruppierungen.

Das Außenministerium in Moskau zeigte sich besorgt, dass der Einsatz ausländischer Kämpfer zu einer weiteren Zuspitzung der Lage und zu einer langfristigen Gefahr für die Sicherheit in der Region führe. "Wir fordern die Führungen der beteiligten Staaten auf, dafür zu sorgen, dass dort keine Terroristen und Söldner in dem Konflikt eingesetzt und sie dort umgehend abgezogen werden", hieß es in der veröffentlichten Mitteilung . Russlands Außenminister Sergej Lawrow bekräftigte nach einem Telefonat mit seinen Kollegen in Baku und Eriwan die Bereitschaft Moskaus, in dem Konflikt zu vermitteln und Räume für die Gespräche zur Verfügung zu stellen.

Armenien sprach von 4000 militanten Islamisten, die die Türkei aus dem Norden Syriens in den Südkaukasus gebracht habe. Aserbaidschan wiederum behauptete, es seien ethnische Armenier aus Syrien und anderen Staaten des Nahen Ostens im Einsatz bei den Kämpfen. Die Konfliktparteien wiesen den Einsatz von Söldnern als Falschnachrichten zurück. Russland hatte eine Überprüfung der Informationen angekündigt und trat nun mit der Mitteilung zu seinen eigenen Hinweisen auf Söldner an die Öffentlichkeit.

Putin fordert Waffenruhe

Russlands Präsident Wladimir Putin und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderten die Konfliktparteien zu "maximaler Zurückhaltung und einer baldigen Feuereinstellung" auf. In einem Telefonat am Mittwochabend zeigten sich die beiden Staatsoberhäupter besorgt und betonten nach Angaben der Agentur Tass, dass der Konflikt um Bergkarabach nur auf diplomatischem Weg gelöst werden könne.

Moskau ist wegen seiner engen Kontakte nach Baku und Eriwan traditionell der wichtigste Vermittler in dem Konflikt. Bei den schwersten Kämpfen seit Jahrzehnten sind in Bergkarabach nach offiziellen armenischen Angaben bereits mehr als hundert Menschen getötet worden, die meisten davon Soldaten. Aserbaidschan hat bisher mehr als ein Dutzend getötete Zivilisten bestätigt, aber keine Opfer unter den Soldaten.

Die beiden Ex-Sowjetrepubliken kämpfen seit Jahrzehnten um die bergige Region, in der rund 145.000 Menschen leben. Bergkarabach wird von Armenien kontrolliert, gehört aber völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. In einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren verlor Aserbaidschan die Kontrolle über das Gebiet. Es wird heute von christlichen Karabach-Armeniern bewohnt. Seit 1994 gilt eine brüchige Waffenruhe. Die Türkei steht in dem Konflikt auf der Seite Aserbaidschans, während Armenien Russland als Schutzmacht sieht.

ptz/dpa
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