Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan Uno-Sicherheitsrat fordert Waffenstillstand in Bergkarabach

Die Gefechte zwischen Armenien und Aserbaidschan um Bergkarabach dauern an. Nach dem Generalsekretär schließt sich nun auch der Uno-Sicherheitsrat der Forderung nach Frieden an.
Ein armenischer Soldat an der Artillerie

Ein armenischer Soldat an der Artillerie

Foto: - / dpa

Tote, Verletzte und Artilleriefeuer: Der Uno-Sicherheitsrat hat sich besorgt über die Eskalation des Konflikts in der Region Bergkarabach im Südkaukasus gezeigt und ein sofortiges Ende der Kämpfe gefordert. Damit schloss sich der Rat António Guterres an. "Die Mitglieder des Rates sprachen sich für die Forderung des Generalsekretärs aus, die Kämpfe sofort einzustellen, die Spannungen abzubauen und unverzüglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren", schrieb der Rat in einer Erklärung.

Zuvor hatten die 15 Mitglieder des Gremiums das Thema hinter verschlossenen Türen besprochen. Die Initiative dafür war von Deutschland und Frankreich ausgegangen und wurde von Belgien, Großbritannien und Estland unterstützt. Derzeit der Niger die monatlich rotierende Präsidentschaft des mächtigsten Uno-Gremiums inne.

Zuvor hatte Uno-Generalsekretär Guterres bereits mehrfach ein sofortiges Ende der Kämpfe in Bergkarabach gefordert - auch per Videotelefonschalte mit jeweils dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev und dem armenischen Regierungschef Nikol Paschinjan. Guterres forderte die sofortige Wiederaufnahme von Verhandlungen und die Wiederentsendung von OSZE-Beobachtern in die Region.

Der Konflikt in Bergkarabach war nach ungewöhnlich heftigen Kämpfen zwischen den verfeindeten Nachbarn Armenien und Aserbaidschan eskaliert. Die von Armenien kontrollierte Region mit geschätzten 145.000 Einwohnern gehört völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. Es handelt sich um die schwerste Eskalation seit Jahrzehnten.

Es gibt Befürchtungen, dass sich der Konflikt um die zwischen Aserbaidschan und Armenien umstrittene Region durch Interventionen ausländischer Mächte wie der Türkei ausweiten könnte. Im Südkaukasus konkurriert die Türkei mit Russland um größeren Einfluss. Moskau hat freundschaftliche Beziehungen zu beiden Seiten im Konflikt um Bergkarabach. Es unterhält in Armenien einen Militärstützpunkt, liefert aber auch Waffen an Aserbaidschan.

ptz/dpa/Reuters/AFP
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