Schlechter Umfragewert Biden verliert an Rückhalt in der Bevölkerung

Immer weniger US-Amerikaner sind mit der Arbeit von Joe Biden zufrieden. Dabei ist an einem Hauptgrund dieses Umfrageergebnisses laut Wirtschaftsberater Deese gar nicht der Präsident schuld: Die Pandemie trieb die Preise.
Joe Biden scheidet in der wirtschaftspolitischen Gunst der Bürger besonders schlecht ab

Joe Biden scheidet in der wirtschaftspolitischen Gunst der Bürger besonders schlecht ab

Foto: Chris Kleponis / Pool via CNP /MediaPunch / imago images/MediaPunch

Hohe Spritpreise dank kräftiger Inflation, die anhaltende Coronapandemie oder der chaotische Abzug aus Afghanistan: Vieles läuft derzeit nicht für Joe Biden. Das schlägt sich auch in den Zufriedenheitswerten des US-Präsidenten nieder: Sie stürzen weiter ab.

Von rund tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern einer Telefonumfrage waren nur 41 Prozent der Meinung, dass Biden insgesamt einen guten Job macht, 53 Prozent stellten ihm ein schlechtes Zeugnis aus, wie aus der Erhebung  im Auftrag von »Washington Post« und dem Sender ABC hervorgeht.

Bidens Zustimmungswerte sind damit in drei aufeinanderfolgenden Umfragen gefallen. Im April, rund drei Monate nach seinem Amtsantritt, hatten noch 52 Prozent der Befragten erklärt, er mache einen guten Job.

Bidens Popularität hatte zuletzt bereit kräftig gelitten. Insbesondere die massiv angestiegene Inflationsrate in den USA könnte ihm gefährlich werden , die Verbraucherpreise erhöhten sich zuletzt gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,2 Prozent. Das ist die höchste Inflationsrate seit 1990. Hinzu kommt: Angesichts knapper Mehrheiten im Kongress tut sich Bidens demokratische Partei sehr schwer damit, ihre politischen Vorhaben auch umzusetzen.

Weißes Haus: Nach Trump drohte Wirtschaftskrise

In der Umfrage von »Post« und ABC ist die Zustimmung für Bidens Management der Coronapandemie von 64 Prozent im April auf inzwischen 47 Prozent gesunken. In Bezug auf Bidens Wirtschaftspolitik stellen ihm demnach noch 39 Prozent der Befragten ein gutes Zeugnis aus, 55 Prozent äußern sich unzufrieden.

Dabei tun ihm manche US-Amerikaner womöglich ein Stück weit unrecht. Die stärkste Inflation in den USA seit mehr als drei Jahrzehnten liegt laut Weißem Haus an der Coronapandemie – und nicht der Politik Bidens.

»Es besteht kein Zweifel, dass die Inflation derzeit hoch ist, sie wirkt sich auf die Brieftaschen der Amerikaner aus«, sagte Bidens Wirtschaftsberater Brian Deese dem Sender NBC. »Aber es ist wichtig, dass wir das in einen Kontext setzen. Als der Präsident sein Amt antrat, standen wir vor einer umfassenden Wirtschaftskrise.«

Steigende Preise seien ein globales Problem, sagte Deese. Tatsächlich ist die Teuerungsrate etwa auch in Deutschland derzeit hoch. Hierzulande stiegen die Preise zuletzt so stark wie seit 1993 nicht mehr. Als Gründe hierfür gelten auch Engpässe bei der Produktion und in den globalen Lieferketten.

apr/dpa/Reuters
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