"Loyal Wingman" Boeing baut Kampfdrohnen für Australien

Großauftrag für Boeing: Der angeschlagene US-Flugzeugbauer soll für Australien eine unbemannte Kampfdrohne produzieren. Prototypen des "Loyal Wingman" wurden jetzt vorgestellt.
Drohne Loyal Wingman von Boeing

Drohne Loyal Wingman von Boeing

Foto: THE BOEING COMPANY/ via REUTERS

Boeing baut für das australische Militär unbemannte Kampfdrohnen. "Wir erwarten Mitte des Jahrzehnts, vielleicht etwas früher, dass diese in Produktion gehen", sagte Shane Arnott, Direktor von Boeings Airpower Teaming System bei der Vorstellung von drei Prototypen der in Australien entwickelten "Loyal Wingman"-Drohne. Es sei möglich, dass bis zu 16 dieser Drohnen ein bemanntes Flugzeug bei einer Mission unterstützten. Erste Testflüge könnten Ende des Jahres erfolgen.

Die Luftwaffengeneralin der Royal Australian Air Force (RAAF), Catherine Roberts, sagte, dass die Rolle des "Loyal Wingman" - zu Deutsch etwa: "treu ergebener Begleiter" - den Transport von Waffen und den Schutz von anderen Flugzeugen wie dem "E-7A Wedgetail"-Frühwarn- und Kontrollflugzeug umfassen könnte, sowie als Ziel für bemannte Kampfjets wie die F-35A und die F/A-18E/F "Super Hornet" eingesetzt werden könnte.

Das "Loyal Wingman"-Flugzeug ist 11,6 Meter lang und hat eine Reichweite von 3704 Kilometern. Es ist Australiens erstes im Inland entwickeltes Kampfflugzeug seit dem Zweiten Weltkrieg und Boeings größte Investition in unbemannte Systeme außerhalb der Vereinigten Staaten.

Rüstungsunternehmen investieren zunehmend in autonome Technologie, da Militärs auf der ganzen Welt nach einem billigeren und sichereren Weg suchen, um ihre Ressourcen zu maximieren.

Die australische Regierung hatte rund 40 Millionen australische Dollar - umgerechnet knapp 24 Millionen Euro - in die Entwicklung des Produkts investiert, was Roberts zufolge auch bei den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich als potenzielle zukünftige Kunden auf Interesse gestoßen war.

Boeing steckt tief in der Krise - durch das Debakel um den nach zwei Abstürzen mit Startverboten belegten Kurz- und Mittelstreckenjet 737 Max war die Lage bereits prekär, als die Corona-Pandemie den Luftverkehr nahezu zum Erliegen brachte. 

als/Reuters
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