Neuer Präsident Luis Arce Bolivien erneuert Beziehungen mit Maduro-Regime in Venezuela

Unter Ex-Präsident Evo Morales hatte Bolivien engen Kontakt zu Venezuela, die Folgeregierung kappte die Bindung. Nun werden die diplomatischen Beziehungen wieder aufgenommen – auch zu einem anderen Regime.
Boliviens neuer Präsident Luis Arce

Boliviens neuer Präsident Luis Arce

Foto: DAVID MERCADO/ REUTERS

Drei Tage nach seinem Amtsantritt hat Boliviens neuer Präsident Luis Arce die diplomatischen Beziehungen seines Landes mit Venezuela und Iran erneuert. Die Botschafter beider Länder präsentierten Arce am Mittwoch ihre Beglaubigungsschreiben, wie er auf Twitter mitteilte. Mit Venezuela würden die bilateralen Beziehungen zum Wohl der Völker beider Länder wieder aufgenommen, schrieb er. Gemeinsame Projekte mit Iran würden gestärkt.

Unter dem linken Ex-Präsidenten Evo Morales hatte Bolivien noch enge Beziehungen zu Venezuela und Iran gepflegt. Nachdem Morales vor rund einem Jahr auf Druck des Militärs wegen des Vorwurfs der Wahlmanipulation zurückgetreten war, änderte sich das. Die konservative Übergangsregierung des südamerikanischen Landes wies die Diplomaten des sozialistischen Staates Venezuela aus und trat der sogenannten Lima-Gruppe bei, die dem venezolanischen Diktator Nicolás Maduro jegliche Legitimität abspricht. Zudem schloss Bolivien seine Botschaft in Teheran – nach offiziellen Angaben aus Kostengründen.

Bei der Präsidentenwahl im Oktober gewann jedoch mit Luis Arce ein enger Vertrauter von Morales und ehemaliger Wirtschaftsminister in dessen Kabinett. Arce holte 55,1 Prozent der Stimmen. Bei Arces Vereidigung am vergangenen Sonntag gehörte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif zu den wenigen internationalen Gästen. Morales kehrte inzwischen aus seinem Exil in Argentinien zurück.

mrc/dpa

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