Memoiren von Trumps Ex-Sicherheitsberater Bolton-Enthüllungsbuch darf erscheinen

In einem Buch skizziert Ex-US-Sicherheitsberater John Bolton Präsident Trump als inkompetent und korrupt. Das Weiße Haus wollte die Veröffentlichung stoppen - ein Richter entschied jetzt dagegen.
Ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater John Bolton (Archivbild)

Ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater John Bolton (Archivbild)

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Joshua Roberts/ REUTERS

Ein Bundesgericht in Washington hat eine vom Weißen Haus beantragte einstweilige Verfügung gegen die Veröffentlichung der Memoiren des früheren Nationalen Sicherheitsberaters John Bolton abgelehnt.

Die Regierung habe nicht hinreichend dargelegt, dass mit einem Veröffentlichungsverbot "irreparable Schäden vermieden" werden könnten, erklärte Richter Royce Lamberth. Damit kann Boltons Buch mit explosiven Vorwürfen gegen US-Präsident Donald Trump wie geplant kommende Woche erscheinen.

Zwar habe der Angeklagte mit der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten gespielt, hieß es in der Begründung des Gerichts. "Er hat dieses Land Schaden ausgesetzt und sich selbst einer zivilen oder potenziell strafrechtlichen Verfolgung." Aber für eine einstweilige Verfügung sei es jedoch zu spät. "Mit Hunderttausenden Kopien rund um den Globus - viele davon in den Redaktionen – ist der Schaden bereits vorhanden", so Richter Royce Lamberth.

Das knapp 600 Seiten lange Buch mit dem Titel "The Room Where It Happened" (etwa: Der Raum, in dem es geschah) soll an diesem Dienstag erscheinen. In vorab öffentlich gewordenen Passagen beschreibt Bolton Trump als einen Politiker, der seine eigenen Interessen über die des Landes stellt. Unter anderem soll der US-Präsident den chinesischen Präsidenten Xi Jinping um Hilfe für seine Wiederwahl im November gebeten haben. Trump nannte das Buch eine "Zusammenstellung von Lügen und erfundenen Geschichten".

In einem kurz nach der Entscheidung abgesetzten Tweet wandte sich US-Präsident Trump erneut gegen seinen ehemaligen Sicherheitsberater: "Bolton hat das Gesetz gebrochen und ist dafür zur Ordnung gerufen und gerügt worden, mit einem hohen Preis, den er zahlen muss. Er wirft gern Bomben auf Leute und tötet sie. Jetzt werden Bomben auf ihn geworfen werden."

ala/dpa/AFP/Reuters
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