Biograf des britischen Premiers »Boris Johnson wird wieder auferstehen«

Tom Bower hat eine Biografie über den britischen Premier geschrieben. Hier spricht der Investigativjournalist darüber, warum Boris Johnsons Lügen angeblich nicht so schlimm sind.
Ein Interview von Jörg Schindler, London
Boris Johnson (Archivbild)

Boris Johnson (Archivbild)

Foto: TOBY MELVILLE / REUTERS

Nahezu 60.000 Covid-19-Tote, Chaos und Unsicherheit vier Wochen vor dem endgültigen Brexit, die eigene Partei in Aufruhr: Fast genau ein Jahr nach seinem triumphalen Wahlsieg steht der britische Premierminister Boris Johnson so sehr unter Druck wie noch nie. Selbst eigene Parteifreunde fragen sich inzwischen offen, wie lange sich der 56-Jährige noch halten kann.

Aber niemand sollte sich täuschen, findet der britische Investigativjournalist Tom Bower: Johnson sei gewieft und zäh genug, um noch sehr lange zu regieren.

Bower, 74, ist Sohn jüdischer Einwanderer, die 1939 aus der von Deutschland besetzten Tschechoslowakei flohen. Er begann seine journalistische Karriere 1970 bei der BBC.

Bekannt und berüchtigt wurde er durch zahlreiche, überwiegend unautorisierte Biografien berühmter Persönlichkeiten wie Richard Branson, Bernie Ecclestone, Tony Blair oder Jeremy Corbyn. In etlichen Fällen wehrten sich die Betroffenen gerichtlich gegen Bowers Enthüllungen – mit unterschiedlichem Erfolg.

SPIEGEL: Herr Bower, Menschen wie Prinz Charles und Jeremy Corbyn können ein Lied davon singen, dass Ihre unautorisierten Biografien meist nicht besonders schmeichelhaft sind. Im Fall von Boris Johnson ist das anders. Warum?

Tom Bower: Weil Boris nicht böse ist. Jeremy Corbyn ist ein schlechter Mensch. Er ist Marxist, er hat über seine Vergangenheit gelogen, er war ein Freund von Terroristen. Charles hat die Monarchie auf egoistische Weise untergraben. Boris mag bisweilen ein Schluderer und ein Kasper sein, aber ich denke, seine Ambitionen sind gut.

SPIEGEL: Hat er Ambitionen, die sich um anderes als ihn selbst drehen?

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