Boris Johnsons Botschaft an Putin Harte Sanktionen, sobald »die erste russische Schuhspitze« die Ukraine betritt

Boris Johnson hat Russland von einem Einmarsch in die Ukraine abgeraten. Großbritannien und seine Alliierten würden sofort reagieren. Der ukrainische Staatschef Selenskyj warnt vor einem »großflächigen Krieg in Europa«.
Boris Johnson und Wolodymyr Selenskyj auf der gemeinsamen Pressekonferenz

Boris Johnson und Wolodymyr Selenskyj auf der gemeinsamen Pressekonferenz

Foto: PETER NICHOLLS / AFP

Der britische Premierminister Boris Johnson hat der Ukraine bei einem Besuch in Kiew Unterstützung versprochen und Russland mit Nachdruck vor einem Angriff auf das Nachbarland gewarnt. Die ukrainische Armee werde »heftigen und blutigen Widerstand« leisten, sagte Johnson bei einer Pressekonferenz mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj. Diese Nachricht müsse der russischen Öffentlichkeit und den »russischen Müttern« klar sein, sagte Johnson. Er hoffe sehr, dass Kremlchef Wladimir Putin sein Militär von der ukrainischen Grenze abziehe und auf Diplomatie setze.

Selenskyj pflichtete dem Premier bei. »Die Ukrainer werden sich bis zum Letzten verteidigen«, sagte der Präsident. Die Russen müssten begreifen, dass ein Krieg in einer Tragödie enden würde. Das Land, die Menschen und die Armee hätten sich geändert. »Jetzt wird es keine einfache Besetzung irgendeiner Stadt oder eines Landstrichs mehr geben«, betonte der 44-Jährige. »Daher sage ich offen, das wird kein Krieg zwischen der Ukraine und Russland. Das wird ein großflächiger Krieg in Europa

Johnson: Invasion wäre Katastrophe

Johnson sagte, eine russische Invasion würde eine politische, humanitäre und militärische Katastrophe bedeuten. Er drohte, Großbritannien und seine Alliierten hätten harte Sanktionen gegen Russland vorbereitet. Diese träten in Kraft, sobald »die erste russische Schuhspitze« ukrainisches Territorium betrete und würden einen Automatismus auslösen.

Großbritannien hat der Ukraine zuletzt Panzerabwehrwaffen geliefert. Außerdem bildet die britische Armee ukrainische Soldaten aus. Einen Kampfeinsatz britischer Truppen hatte Außenministerin Liz Truss kürzlich aber äußerst unwahrscheinlich genannt.

Angesichts eines massiven russischen Truppenaufmarschs in der Nähe der Ukraine wird im Westen befürchtet, dass der Kreml einen Einmarsch planen könnte. Moskau bestreitet das. Für möglich gehalten wird auch, dass Ängste geschürt werden sollen, um die Nato-Staaten zu Zugeständnissen bei neuen Sicherheitsgarantien zu bewegen. Russland will unter anderem die Zusage, dass die Ukraine kein Nato-Mitglied wird. Das Bündnis lehnt die Forderung ab.

svs/Reuters
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