Großbritannien Johnson macht Ex-Banker Dan Rosenfield zum neuen Stabschef

Nach Abgängen seiner engsten Berater strukturiert der britische Premier Boris Johnson sein Team neu. Stabschef soll der frühere Banker Dan Rosenfield werden.
Britischer Premierminister Johnson: Ex-Banker als neuer Stabschef

Britischer Premierminister Johnson: Ex-Banker als neuer Stabschef

Foto: POOL / REUTERS

Der britische Premierminister Boris Johnson hat den Wirtschaftsexperten Dan Rosenfield zu seinem neuen Stabschef ernannt. Er werde am 7. Dezember mit der Arbeit beginnen und den Posten offiziell zum 1. Januar übernehmen, teilte die Regierung mit.

Rosenfield folgt nach Angaben des »Guardian « auf Edward Lister, einen weiteren langjährigen Vertrauten Johnsons, der interimsmäßiger Stabschef gewesen war. De facto war der Posten jedoch von Johnsons geschasstem Top-Berater Dominic Cummings besetzt worden.

Rosenfield war oberster Berater im Finanzministerium

Der Ex-Banker Rosenfield war seit 2016 globaler Leiter für Firmenkunden bei Hakluyt, einem in London ansässigen strategischen Beratungsunternehmen, das von ehemaligen Mitarbeitern des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 gegründet wurde.

Zuvor war er geschäftsführender Direktor bei der Bank of America, nachdem er elf Jahre lang im britischen Finanzministerium tätig gewesen war, davon vier Jahre als oberster Berater zweier Finanzminister. Er ist außerdem Vorsitzender der World Jewish Relief, der führenden Wohltätigkeitsorganisation der jüdischen Gemeinde Großbritanniens.

Ursprünglich sollte britischen Medien zufolge der frühere Kommunikationschef Lee Cain den Posten bekommen. Der war aber im Zuge des Machtkampfes in der Downing Street fast zeitgleich mit dem damaligen Berater Dominic Cummings ausgeschieden.

Johnson schwört Briten auf harten Winter ein

Cummings galt als der entscheidende Strippenzieher im Regierungssitz. Er gehörte zu den mächtigen Brexiteers, die seit geraumer Zeit den Ton in der Downing Street angaben. Cummings und Lee Cain waren enge Vertraute.

Die Rücktritte kommen für Johnson zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt, seine Regierung steht wegen der Corona-Pandemie und interner Querelen unter Druck. Die Corona-Infektionszahlen in Großbritannien waren zuletzt zwar rückläufig, sind insgesamt aber noch immer hoch. Johnson warnte, in der Pandemie stehe noch ein »harter Winter« bevor.

Allerdings gebe es Hoffnung, dass bis zum Frühling Tests und Impfungen zusammen die Zeit der Einschränkungen zu einem Ende bringen könnten.

fek/dpa/Reuters
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