Schwere Verluste für Tories Boris Johnson spricht von »harter Nacht« nach Regionalwahl

Die Tories von Premier Johnson wurden von den Wählern in England, Wales und Schottland abgestraft. Politiker der Konservativen befürchten nun auch eine Niederlage bei den nächsten Parlamentswahlen.
Boris Johnson

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Foto: Matt Dunham / dpa

Boris Johnson hat die Verantwortung für die Verluste der konservativen Tories bei den Kommunalwahlen in Großbritannien übernommen. »Wir haben eine harte Nacht hinter uns in einigen Teilen des Landes«, gestand der Premierminister ein. »Aber andererseits haben wir auch Zugewinne gemacht an Orten, die lange nicht, wenn überhaupt schon einmal, konservativ gewählt haben«, sagte Johnson am Freitag zu Reportern beim Besuch einer Schule in London.

Die größte britische Oppositionspartei Labour hat bei der Kommunalwahl am Donnerstag die Londoner Bezirke Wandsworth, Westminster und Barnet erobert, die Johnsons Tories seit Jahrzehnten gehalten hatten. Dies dürfte den parteiinternen Druck auf Johnson noch erhöhen.

Der Premier steht wegen der Partygate-Affäre um Lockdown-Feiern in der Downing Street bereits in der Kritik. Auch in der südenglischen Hafenstadt Southampton sowie im neu geschaffenen Wahlbezirk Cumberland in Nordwestengland konnte Labour siegen. Ebenfalls gewannen die Liberaldemokraten und die Grünen hinzu.

Johnson bejahte die Frage, ob er Verantwortung für die Ergebnisse übernehme. »Die wichtigste Botschaft der Wähler ist, dass wir uns um die Dinge kümmern sollen, die ihnen am wichtigsten sind«, sagte der Regierungschef. Seiner Partei wird auch vorgeworfen, nicht angemessen auf die durch steigende Preise entstehenden Belastungen zu reagieren.

»Das ist ein Warnschuss der konservativen Wähler«

Viele Konservative befürchten, dass mit Johnson die nächsten Parlamentswahlen in etwa zwei Jahren nicht mehr zu gewinnen sind. »Das ist ein Warnschuss der konservativen Wähler«, sagte Daniel Thomas, der Vorsitzende des Bezirksrats von Barnet.

Mit Spannung wurde auch der Ausgang der Wahl des Regionalparlaments in Nordirland erwartet. In der britischen Provinz bestimmten probritische Unionisten jahrelang maßgeblich die Geschicke. Letzten Umfragen zufolge lag diesmal aber die katholisch-nationalistische Partei Sinn Féin vorn, die für eine Vereinigung der Provinz mit dem EU-Staat Irland eintritt.

als/Reuters/dpa