Verhandlungen mit Brüssel Boris Johnson sieht »hohe Wahrscheinlichkeit« für No-Deal-Brexit

Die Chancen auf einen Handelsvertrag zwischen Großbritannien und der EU schwinden weiter: Premierminister Johnson hält einen Deal nicht mehr für wahrscheinlich – will aber weiter verhandeln.
Haben weiter große Differenzen: Boris Johnson und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen

Haben weiter große Differenzen: Boris Johnson und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen

Foto: Matt Dunham / AP

Der britische Premierminister Boris Johnson dämpft die Erwartungen an ein Handelsabkommen Großbritanniens mit der Europäischen Union. »Es besteht nun die hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir eine Lösung bekommen, die dem Verhältnis Australiens mit der EU ähnelt und nicht eine, die den kanadisch-europäischen Beziehungen entspricht«, sagte Johnson.

»Das heißt nicht, dass es schlecht ist«, setzte Johnson nach. Dennoch werde er nach Paris, Brüssel oder Berlin reisen, um doch noch ein Abkommen zu erzielen.

Johnson meint mit dem Verweis auf das Verhältnis zwischen der EU und Australien offenbar Handelsbeziehungen ohne gemeinsames Abkommen. Bei einem No-Deal-Szenario zwischen Großbritannien und den EU-Staaten würden damit Zölle nach den Regeln der Welthandelsorganisation WTO fällig.

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Am Mittwochabend hatte ein mehrstündiges Treffen Johnsons mit EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen in Brüssel nicht den erhofften Durchbruch gebracht: Beide Seiten stellten weiterhin große Differenzen zwischen ihren Positionen fest. 

Auch wenn es kaum noch nach einer Übereinkunft aussieht, ist ein Deal noch nicht vollkommen ausgeschlossen: Die Verhandlungen zwischen London und der EU sollen noch bis Sonntag weitergeführt werden. Dann soll sich entscheiden, ob ein Handelsabkommen für die Zeit ab Januar 2021 möglich ist.

Die EU hatte am Vormittag bereits verkündet, dass man sich auf ein Szenario ohne Abkommen vorbereitet. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte dazu eine Liste mit Notfallmaßnahmen vorgeschlagen.

fek/dpa
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