Schulen, Shopping, Sport So will Boris Johnson England aus dem Lockdown führen

»Vorsichtig, aber unwiderruflich« – so soll der englische Ausstieg aus dem Lockdown nach Wunsch des britischen Premiers aussehen. Der »Guardian« veröffentlicht vorab Details zu Boris Johnsons Covid-Fahrplan.
Boris Johnson (am 3. Februar im britischen Parlament)

Boris Johnson (am 3. Februar im britischen Parlament)

Foto: JESSICA TAYLOR / AFP

In England gilt seit 5. Januar der bereits dritte Lockdown mit weitreichenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. Großbritannien ist eines der am schwersten von der Pandemie getroffenen Länder Europas. Doch nun deutet sich zumindest für den größten Landesteil England eine absehbare Entspannung der Lage an. Premierminister Boris Johnson will am Montag einen Plan für das Ende des dortigen Corona-Lockdowns vorstellen.

Er hat im Vorfeld einen »vorsichtigen, aber unwiderruflichen« Ausstieg angekündigt. Nun veröffentlicht der britische »Guardian« Details aus dem Papier.

Das erste zentrale Datum ist der 8. März:

  • Dann sollen alle Schulen in England wieder öffnen, trotz teils erheblicher Bedenken der Lehrer-Gewerkschaften. Die Phase bis zum Beginn der nächsten Schulferien am 29. März soll dann genau beobachtet werden.

  • Zudem dürfen Bewohnerinnen und Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen ab diesem Tag wieder Besuche eines ausgewählten Verwandten oder Freundes empfangen.

  • Des Weiteren sollen Schulsport und anderen Aktivitäten im Freien ab 8. März erlaubt sein.

Ab dem 29. März gilt dann:

  • Treffen von bis zu sechs Personen aus maximal zwei Haushalten im Freien können wieder stattfinden

  • Plätze für Sportarten wie Basketball, Tennis und Amateur-Fußball werden draußen geöffnet

Ab April könnten in einer zweiten Phase dann auch Geschäfte abseits des unmittelbaren täglichen Bedarfs aufmachen. Dazu müssten laut dem »Guardian« aber zunächst die Entwicklungen in Phase eins ausgewertet werden. Auch Restaurants und Bars könnten dann ihre Gäste wieder bewirten – wenn auch nur im Freien.

Für Mai sei dann, einen positiven Verlauf vorausgesetzt, die Wiederaufnahme von Sport- und Musikveranstaltungen denkbar. Gleiches gilt für den Besuch der Innenräume von Bars und Speiselokalen.

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Keinen Zeitplan enthält das Papier für die Abkehr vom Homeoffice und die Wiederaufnahme von internationalem Reiseverkehr.

Da Gesundheit Aufgabe der Regionalregierungen ist, kann Johnson nur für den größten Landesteil England entscheiden. Schottland, Wales und Nordirland legen ihre Corona-Maßnahmen eigenständig fest. Es wird aber erwartet, dass diese Landesteile demnächst ähnliche Schritte ankündigen.

Der jüngste Lockdown war eine Reaktion auf einen dramatischen Anstieg der Infektionszahlen, der auf die Ausbreitung einer ansteckenderen Coronavirusvariante zurückgeführt wurde. Seitdem ging die Zahl der Neuinfektionen stark zurück. Daher wurde zuletzt die Forderung immer lauter, die Beschränkungen im März zu lockern.

Britsche Wirtschaft leidet erheblich unter Virus-Folgen

Das wäre auch aus wirtschaftlicher Perspektive wünschenswert. Denn die britische Wirtschaftsleistung ist 2020 infolge der Corona-Pandemie gegenüber dem Vorjahr um 9,9 Prozent geschrumpft. Die Zahlen des Statistikamts ONS zeigten damit zuletzt einen Rekordrückgang des Bruttoinlandsprodukts. Zuletzt war es den Daten zufolge im Jahr 1709 zu einem vergleichbaren Einbruch gekommen, als Großbritannien unter den Folgen des sogenannten Jahrtausendwinters litt.

Die Regierung setzt auf Massenimpfungen und hatte diese auch deutlich früher als andere westliche Industrienationen gestartet. Bisher haben landesweit mehr als 17 Millionen Einwohner eine erste Dosis erhalten. Alle Erwachsenen in Großbritannien, so der Plan der Regierung, sollen ihre erste Dosis bis Ende Juli 2021 angeboten bekommen.

Anmerkung: In einer früheren Version hieß es, alle Einwohner Großbritanniens sollten bis Ende Juli ihre erste Impfdosis angeboten bekommen. In Wahrheit trifft dies nur auf die Erwachsenen zu.

jok/dpa