Johnson warnt Putin vor Ukraine-Invasion »Schmerzhafte, gewalttätige und blutige Angelegenheit«

Ist eine russische Invasion in der Ukraine noch zu verhindern? Der britische Premierminister Boris Johnson sieht zwar noch Hoffnung, warnt aber zugleich Wladimir Putin: Ein Einmarsch sei ein »desaströser Schritt«.
Großbritanniens Premierminister Boris Johnson

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson

Foto: Adrian Dennis / AP

Der britische Premierminister Boris Johnson hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin vor einem Einmarsch in die Ukraine gewarnt. »Wir müssen dem Kreml und Russland klarmachen, dass dies ein katastrophaler Schritt wäre«, sagte Johnson. Eine Invasion wäre auch aus russischer Perspektive eine »schmerzhafte, gewalttätige und blutige Angelegenheit«. Geheimdienstberichte zur Lage im russisch-ukrainischen Grenzgebiet seien allerdings »ziemlich düster«, so Johnson.

Er glaube aber, dass ein Einmarsch Russlands noch zu verhindern sei. »Ich denke, dass sich die Vernunft noch durchsetzen kann.« London hatte zuvor wie auch die USA Beschäftigte aus seiner Botschaft in Kiew abgezogen. Man sei außerdem dabei, wirtschaftliche Sanktionen vorzubereiten. Das Auswärtige Amt will Angehörige von Mitarbeitern der Botschaft in Kiew unterstützen, falls sie ausreisen wollen.

DER SPIEGEL

Nato will Truppenstärke in Osteuropa vergrößern

Am Vormittag hatte die Nato verkündet, wegen der Spannungen mit Russland ihre Militärpräsenz in Osteuropa zu verstärken. Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte, die Streitkräfte würden in Bereitschaft gehalten und die Einsätze mit mehr Schiffen und Kampfflugzeugen verstärkt. Demnach beteiligen sich Staaten wie Dänemark und Spanien, die USA und Frankreich erwägen es.

US-Präsident Joe Biden erwägt einem Bericht der »New York Times«  zufolge auch die Entsendung Tausender US-Soldaten sowie von Kriegsschiffen und Flugzeugen in die osteuropäischen Nato-Staaten. Eine von mehreren diskutierten Varianten sehe bis zu 5000 Soldaten vor, wie die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise schreibt. Die Zahl könne demnach verzehnfacht werden, sollte die Lage sich verschlechtern.

Eine Truppenverlegung in die Ukraine selbst werde bislang nicht erwogen. Das US-Verteidigungsministerium lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Angesichts eines massiven russischen Truppenaufmarschs in der Nähe der Grenze zur Ukraine wird im Westen befürchtet, dass der Kreml einen Einmarsch in das Nachbarland planen könnte. Moskau weist dies zurück und verlangt von den USA und der Nato Sicherheitsgarantien.

muk/svs/Reuters/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.