Gebäudeeinsturz Mehrere Tote bei Wahlveranstaltung in Brasilien

In Brasilien hat sich während einer Wahlkampfveranstaltung ein tödliches Unglück ereignet. Während des Auftritts mehrerer Kandidaten stürzte eine Betonkonstruktion ein. Mindestens neun Menschen kamen dabei ums Leben.
Itapecerica da Serra: Rettungskräfte am Unfallort

Itapecerica da Serra: Rettungskräfte am Unfallort

Foto: HANDOUT / AFP

In gut zwei Wochen wird in Brasilien ein neues Parlament gewählt. Nun überschattet ein tödliches Unglück den Wahlkampf. Am Dienstag sind bei einem Gebäudeeinsturz während einer Wahlkampfveranstaltung mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Weitere 31 Menschen seien verletzt worden.

Das Unglück ereignete sich in Itapecerica da Serra, einem Vorort von São Paulo. Wie die Behörden mitteilten, fand die Veranstaltung auf dem Gelände eines Unternehmens für Transportcontainer statt. Die Kongresskandidaten Jones Donizette und Ely Santos besuchten das brasilianische Containerunternehmen Multiteiner, als ein Teil einer Betonstruktur in der Lagerhalle über ihnen und den Mitarbeitern des Unternehmens zusammenbrach.

Donizette teilte in einem Facebook-Post mit, dass er und Santos gerettet werden konnten, aber die örtliche Feuerwehr gab an, dass mindestens neun Menschen bei dem Einsturz ums Leben gekommen seien.

Der Rettungsdienst veröffentliche im Internet Bilder von Helfern, die die Trümmer einer Bühne und einer Zuschauertribüne durchsuchten. Zur Zeit des Unglücks hätten sich 64 Menschen in dem Auditorium aufgehalten, erklärten Behördenvertreter.

Richtungswahl am 2. Oktober

In Brasilien werden am 2. Oktober der Präsident, das Parlament sowie die Gouverneure und Parlamente der Bundesstaaten gewählt. Die Wahl polarisiert die brasilianische Bevölkerung wie keine zuvor in der jüngeren Geschichte des südamerikanischen Landes. Im Rennen um die Präsidentschaft stehen sich Amtsinhaber Jair Bolsonaro und sein linker Rivale Luiz Inácio Lula da Silva gegenüber. Umfragen deuten derzeit auf einen Richtungswechsel hin. Rechtspopulist Bolsonaro liegt darin deutlich hinter dem Herausforderer.

Bolsonaro ist seit 2018 im Amt. Lula hatte das Land bereits von Anfang 2003 bis Ende 2010 regiert. Er wurde vor der Wahl 2018 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Im vergangenen Jahr hatte der Oberste Gerichtshof das Urteil wieder aufgehoben.

asc/AFP/Reuters
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