Brasiliens Präsident Bolsonaro droht Reporter mit Schlägen

Eine Frage zur Rolle seiner Frau in einer politischen Affäre hat Jair Bolsonaro aus der Fassung gebracht. Die Antwort des brasilianischen Präsidenten war eine Gewaltandrohung gegen einen Journalisten.
Präsident Bolsonaro: Nach eigenem Bekunden Lust auf Schläge gegen Reporter

Präsident Bolsonaro: Nach eigenem Bekunden Lust auf Schläge gegen Reporter

Foto: AMANDA PEROBELLI / REUTERS

Beleidigen, drohen, verhöhnen - Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro fällt immer wieder mit verbalen Ausfällen auf. Bei einem Treffen mit Vertretern der Presse hat er nun einem Reporter Prügel angedroht. Er habe Lust, einen Journalisten der Zeitung "O Globo" "auf den Mund zu schlagen", sagte der Staatschef am Sonntag bei einem Treffen mit Medienvertretern. Andere anwesende Reporter beschwerten sich über die Bemerkung des Präsidenten, woraufhin dieser ohne weitere Worte wegging.

Bolsonaros Verbalattacke kam nach einer Frage zur möglichen Rolle seiner Ehefrau in einer politischen Affäre. Der Journalist von "O Globo" sowie auch Kollegen anderer Medien hatten Bolsonaro zu dem Bericht eines Magazins befragt. Darin wird die Präsidentengattin mit einer Affäre um die Zweckentfremdung von Staatsgeldern in Verbindung gebracht.

In dem Bericht heißt es, der Ex-Berater von Bolsonaros Sohn Flávio, Fabrício Queiroz, sowie dessen Frau hätten zwischen 2011 und 2016 Schecks in Höhe von umgerechnet mehr als 13.000 Euro an die jetzige Präsidentengattin ausgestellt.

Queiroz war im Juni von der brasilianischen Bundespolizei festgenommen worden. Er wurde gesucht, weil Angestellte des Präsidentensohns Teile ihres Gehalts zurückgegeben haben sollen. Das Geld soll dann gewaschen worden sein. Auf dem Konto von Queiroz wurde zwischen 2016 und 2017 eine "untypische Bewegung" von 1,2 Millionen Reais (umgerechnet 200.000 Euro) festgestellt.

"O Globo" verteidigte den Fragesteller und kritisierte die Äußerungen des Präsidenten. Der Reporter habe seine Arbeit absolut professionell ausgeführt. Bolsonaros Einschüchterungsversuch zeige, dass er seine Pflicht missachte, gegenüber der Bevölkerung Rechenschaft abzulegen.

Brasiliens Präsident ist umstritten. Vor allem Bolsonaros Verharmlosung der Coronakrise rief heftige Kritik hervor, Brasilien ist von der Pandemie stark betroffen. Nachdem er jedoch selbst eine Covid-19-Erkrankung überstanden hat, inszeniert er sich nun als Retter der Armen .

asc/dpa/AFP
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