Umstrittener Präsidents Brasiliens Bolsonaro »gelangweilt« über Fragen zu Coronatoten

Der brasilianische Präsident steht auch wegen seiner Pandemiepolitik in der Kritik. Fragen zur Anzahl der Corona-Todesfälle im Land wolle er nicht mehr hören, sagte Jair Bolsonaro nun zu einem Reporter.
Jair Bolsonaro: »In welchem Land sind keine Menschen gestorben? Sag’s mir«

Jair Bolsonaro: »In welchem Land sind keine Menschen gestorben? Sag’s mir«

Foto:

Antonio Molina / imago images/Fotoarena

Er wolle nicht mit Fragen über die Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 in seinem Land gelangweilt werden: Das sagte der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro bei einem öffentlichen Auftritt an einem Strand in Guaruja im Bundesstaat São Paulo am Montag. Vor wenigen Tagen wurde offiziell, dass in Brasilien mehr als 600.000 Menschen an den Folgen des Virus gestorben sind.

»In welchem Land sind keine Menschen gestorben? Sag’s mir«, antwortete Bolsonaro nun einem Reporter auf eine Frage nach den Coronatoten. »Ich bin nicht hergekommen, um mich zu langweilen.«

Nur in den USA gibt es mehr Corona-Todesfälle

Der Rechtspopulist Bolsonaro verharmloste das Coronavirus von Beginn an und lehnt Schutzmaßnahmen sowie Einschränkungen ab. Auch den Sinn von Impfungen zieht er in Zweifel und betonte mehrfach, dass er selbst noch nicht geimpft sei. Im Juli vergangenen Jahres infizierte er sich mit dem Virus.

Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zum Corona-Krisenmanagement seiner Regierung läuft. Anfang Oktober kam es in mehreren Städten Brasiliens zu Demonstrationen gegen den Präsidenten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer forderten dessen Amtsenthebung, mehr Impfstoffe und Arbeitsplätze. Über den Sommer hatte es immer wieder Proteste gegen Bolsonaro gegeben.

In Brasilien sind nach offiziellen Angaben 601.011 Menschen an oder mit dem Coronavirus verstorben, mehr als 21 Millionen Personen infizierten sich. Nur in den USA gibt es mehr Todesfälle.

ngo/Reuters
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.