Vor Wahl in Brasilien Lula baut laut Umfragen Vorsprung vor Bolsonaro aus

In Brasilien deutet sich ein Machtwechsel an. Umfragen sehen den linken Herausforderer Lula mit großem Abstand vor dem rechtspopulistischen Präsidenten Bolsonaro.
Lula im Wahlkampf: Es gibt Befürchtungen, sein Rivale Bolsonaro könnte eine Niederlage bei den Wahlen nicht anerkennen

Lula im Wahlkampf: Es gibt Befürchtungen, sein Rivale Bolsonaro könnte eine Niederlage bei den Wahlen nicht anerkennen

Foto: AMANDA PEROBELLI / REUTERS

Am Sonntag wählt Brasilien einen neuen Präsidenten – und es sieht so aus, als müsste sich Amtsinhaber Jair Bolsonaro auf eine Niederlage einstellen. Wenige Tage vor der wichtigen Abstimmung kann Herausforderer Luiz Inacio Lula da Silva einer Umfrage zufolge seinen Vorsprung zum derzeitigen Staatsoberhaupt auf 17 Prozentpunkte ausweiten.

Laut Wahlinstitut IPEC würde Lula bei der Wahl Anfang Oktober 48 Prozent der Stimmen bekommen, Bolsonaro 31 Prozent. In der erwarteten Stichwahl könnte der linksgerichtete Lula einen Vorsprung vor dem rechtspopulistischen Bolsonaro von 19 Punkten erreichen.

Brasilien wählt am 2. Oktober einen neuen Staatschef. Es gibt Befürchtungen, dass Bolsonaro eine Niederlage nicht anerkennen könnte. Er hat in der Vergangenheit das elektronische Wahlsystem in Brasilien infrage gestellt und immer wieder die Möglichkeit von Wahlbetrug erwähnt. Belege legte er dabei nicht vor – ähnlich wie der abgewählte US-Präsident Donald Trump, den Bolsonaro glühend verehrt.

Bolsonaro sät Zweifel an Wahlsystem

Bolsonaro behauptet unter anderem, er habe die Präsidentschaftswahl 2018 bereits in der ersten Runde und nicht erst in der Stichwahl gewonnen. Mehrmals hat er gedroht, das Ergebnis der bevorstehenden Wahl nicht anzuerkennen, wenn das elektronische System angewandt werde und wenn nicht alles mit rechten Dingen zugehe – was implizit bedeutet: wenn er nicht gewinnt.

Der Präsident drängt darauf, dass jeder Wähler und jede Wählerin eine Art Quittung für die Stimmabgabe ausgedruckt bekommt. Eine von ihm vorgeschlagene Verfassungsänderung, um das durchzusetzen, ist aber vor einem Jahr im Parlament gescheitert. Brasilien hatte im Mai ein Beobachterteam der Europäischen Union für die Wahlen ausgeladen.

Bolsonaro ist seit 2018 im Amt. Lula hatte das Land bereits von Anfang 2003 bis Ende 2010 regiert. Er wurde vor der Wahl 2018 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Im vergangenen Jahr hob der Oberste Gerichtshof das Urteil wieder auf. Die Wahl polarisiert die brasilianische Bevölkerung wie keine zuvor in der jüngeren Geschichte des Landes.

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asc/Reuters/dpa
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