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Bevorstehender Machtwechsel in Brasilien Lulas Wahlsieg bestätigt – Bolsonaro-Anhänger randalieren

Das Oberste Wahlgericht in Brasilien bestätigt Luiz Inácio Lula da Silva als kommenden Präsidenten. Der bricht in Tränen aus. Anhänger seines Konkurrenten liefern sich derweil Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Brennender Bus in Brasilia: Bolsonaro-Anhänger protestieren

Brennender Bus in Brasilia: Bolsonaro-Anhänger protestieren

Foto: Eraldo Peres / AP

Der gewählte brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ist bei einer Zeremonie zur Bestätigung seines Wahlsieges in Tränen ausgebrochen. Nach Empfang der offiziellen Urkunde für den Sieg in der Stichwahl um das Präsidentenamt Ende Oktober pries der 77 Jahre alte ehemalige Metallarbeiter »den Mut des brasilianischen Volks, jemandem dieses Dokument zu überreichen, der so oft dafür angegriffen wurde, keinen Universitätsabschluss zu haben«.

Gewählter brasilianischer Präsident Luiz Inácio Lula da Silva: Tränen in den Augen

Gewählter brasilianischer Präsident Luiz Inácio Lula da Silva: Tränen in den Augen

Foto: EVARISTO SA / AFP

Der linksgerichtete Lula, der von 2003 bis 2010 bereits brasilianischer Präsident war, soll am 1. Januar vereidigt werden. Er hatte sich in der Stichwahl gegen den rechtsextremen Amtsinhaber Jair Bolsonaro durchgesetzt. Lula bezeichnete die Zeremonie vor dem Obersten Wahlgericht als »Feier wahrer Demokratie«. Selten in Brasiliens jüngerer Geschichte sei die Demokratie »so bedroht« gewesen.

Bolsonaro hat bisher seine Wahlniederlage nicht explizit eingestanden. Er ermutigte seine Anhänger zu Protesten gegen das Wahlergebnis, autorisierte jedoch den Übergabeprozess für die Amtsgeschäfte.

Bolsonaro-Anhänger liefern sich Auseinandersetzungen mit Polizei

Radikale Bolsonaro-Anhänger versuchten derweil am Montagabend, in das Gebäude der Bundespolizei in der Hauptstadt Brasilia einzudringen. Das berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur »Agência Brasil«  unter Berufung auf die militarisierte Polizei. Demnach protestierten die Menschen gegen den vorläufigen Haftbefehl gegen einen indigenen Bolsonaro-Anhänger, zündeten Autos und Busse an. Es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die Tränengas einsetzte.

Der rechte Bolsonaro hatte bei der Stichwahl um das Präsidentenamt im größten Land in Lateinamerika Ende Oktober knapp gegen den linken Ex-Präsidenten Lula verloren. Viele seiner Unterstützer wollen den Wahlsieg von Lula nicht hinnehmen und demonstrieren in verschiedenen Teilen Brasiliens dagegen. Weil sie wegen des knappen Wahlausgangs Betrug vermuten, fordern sie immer wieder ein Eingreifen des Militärs.

ptz/dpa/AFP