Wegen Ausschreitungen in Brasília Lula entlässt Brasiliens Armeechef

Brasiliens Präsident Lula vermutet geheime Absprachen von »Leuten innerhalb der Streitkräfte« mit den Randalierern in Brasília. Die Folge: Er hat mit Júlio César de Arruda den Oberbefehlshaber der Streitkräfte gefeuert.
Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat den Armee-Chef entlassen

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat den Armee-Chef entlassen

Foto: ADRIANO MACHADO / REUTERS

Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat den Chef der brasilianischen Armee, General Júlio César de Arruda, gefeuert. Seine Entlassung erfolgt zwei Wochen nach den Unruhen im Regierungsviertel in Brasília und nachdem bereits mehrere Polizeichefs ihre Ämter niederlegen musste.

Auf der offiziellen Webseite der brasilianischen Streitkräfte hieß es, General Arruda sei als Armeechef abgesetzt worden. Sein Nachfolger wird General Tomas Miguel Ribeiro Paiva sein, bislang Armeekommandant im Südosten des Landes.

Lula hatte kürzlich gesagt, die Geheimdienste in Brasilien hätten am 8. Januar versagt, als Anhänger des rechtsextremen ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro Regierungsgebäude in Brasília gestürmt hatten. Zuvor hatte Lula erklärt, er vermute eine geheime Absprache von »Leuten innerhalb der Streitkräfte« bei dem Aufstand; mehr als 4000 Bolsonaro-Anhänger waren in das Kongressgebäude, den Präsidentenpalast und den Obersten Gerichtshof eingedrungen und hatten dort randaliert.

Mehr als eintausend Menschen wurden noch am Tag der Ausschreitungen festgenommen, die starke Ähnlichkeiten zum Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 aufwiesen. Damals hatte ein gewalttätiger rechter Mob die Wahlniederlage des damaligen US-Präsidenten Donald Trump nicht akzeptiert und die Bestätigung des Wahlergebnisses verhindern wollen.

jso/Reuters/AP
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