Oppositionsführer Keir Starmer Auch unter Labour wird Großbritannien nicht in die EU zurückkehren

Noch vor wenigen Jahren kämpfte er für ein zweites Referendum, um den Brexit zu kippen. Jetzt vollzieht Labourchef Keir Starmer einen Strategiewechsel.
Britischer Labourchef und Oppositionsführer Keir Starmer: »Wir haben die EU verlassen, und wir schauen nicht zurück«

Britischer Labourchef und Oppositionsführer Keir Starmer: »Wir haben die EU verlassen, und wir schauen nicht zurück«

Foto: Peter Byrne / dpa

»Unter Labour wird Großbritannien nicht in die EU zurückkehren«, sagte Oppositionsführer Keir Starmer am Montag in einer Rede. Auch dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion werde Großbritannien nicht wieder beitreten.

Eine erneute Debatte über den Brexit würde das Land nur weiter spalten und von den eigentlichen Problemen »ablenken«, begründete Starmer seine Aussagen. »Man kann das Land nicht voranbringen oder das Vertrauen derer zurückgewinnen, die das Vertrauen in die Politik verloren haben, wenn man sich ständig auf die Argumente der Vergangenheit konzentriert«, sagte der Labourchef.

Fünfpunkteplan zur besseren Umsetzung des Brexits

Laut Umfragen ist eine Mehrheit der Briten der Meinung, dass der Brexit schlecht gelaufen ist. Starmer stellte in seiner Rede einen Fünfpunkteplan zur besseren Umsetzung des Brexits vor. Dazu gehören der Abbau »unnötiger« Handelsbarrieren, die bessere Unterstützung der britischen Industrie, die Stärkung der europäischen Sicherheitszusammenarbeit und mehr Investitionen im Inland.

»Wir haben die EU verlassen, und wir schauen nicht zurück«, sagte Starmer dem Fernsehsender ITV. Noch vor einigen Jahren hatte sich Starmer vehement für ein zweites Referendum und eine Abkehr vom Brexit eingesetzt. Dem britischen Premierminister Boris Johnson warf er vor, den Brexit zur Spaltung des Landes zu nutzen und damit auf internationaler Ebene Vertrauen zu verspielen.

czl/AFP/dpa
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