Trotz Wartungsarbeiten Big Ben soll zum Ende der Brexit-Übergangsphase läuten

Für mehrere Millionen Pfund wird der Big Ben derzeit restauriert. Zum endgültigen Austritt Großbritanniens aus dem EU-Binnenmarkt soll die Glocke jedoch ausnahmsweise wieder zu hören sein.
Uhrenturm mit Glocke Big Ben am Westminster Palace in London (2017)

Uhrenturm mit Glocke Big Ben am Westminster Palace in London (2017)

Foto: OLI SCARFF / AFP

Die berühmte Londoner Glocke Big Ben soll in der Silvesternacht das Ende der Übergangsphase nach dem EU-Austritt Großbritanniens einläuten: Die wegen Reparaturarbeiten seit dem Jahr 2017 meist stillstehende Glocke des Turms werde dafür ausnahmsweise um 23 Uhr (Ortszeit) erklingen, teilte das britische Unterhaus mit. Eine Stunde später läutet Big Ben dann noch zum Jahreswechsel in London. Der Zeitpunkt des Brexit-Läutens entspricht wegen der Zeitverschiebung Mitternacht in der EU-Hauptstadt Brüssel.

Seit Beginn der Renovierungsarbeiten war die Glocke nur zu besonderen Anlässen zu hören, etwa dem jährlichen Gedenktag zum Ende des Ersten Weltkriegs am 11. November. Big Ben schlägt normalerweise stündlich, die kleineren Glocken im Viertelstundentakt. Benannt wurde der Big Ben vermutlich nach dem britischen Baumeister und Politiker Sir Benjamin »Ben« Hall (1802 bis 1867).

Der britische Premierminister Boris Johnson hatte sich zum EU-Austritt Großbritanniens am 31. Januar noch vergeblich dafür eingesetzt, Big Ben um 23 Uhr zu läuten. Damit wären jedoch offenbar auch immense Kosten verbunden gewesen.

Großbritannien war zum 1. Februar aus der EU ausgetreten, bis zum 31. Dezember bleibt das Land aber noch im EU-Binnenmarkt und in der Zollunion.

Bislang gelang es beiden Seiten nicht, sich auf ein Handelsabkommen für die Zeit danach zu verständigen. Ohne Einigung würden im beiderseitigen Handel zum Jahreswechsel Zölle erhoben – mit gravierenden Folgen für die Wirtschaft. Die Zeit für eine Einigung ist extrem knapp, jüngst setzte das EU-Parlament eine Frist. Es muss ein etwaiges Handelsabkommen ratifizieren.

fek/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.