Trotz Brexit Keine Roamingkosten für Deutsche in Großbritannien

Auch nach Inkrafttreten des neuen Brexit-Deals sollen Deutsche aus dem Königreich ohne zusätzliche Kosten telefonieren können. Ob das langfristig so bleibt, verhandeln die Anbieter beider Länder miteinander.
Ein Passant läuft in London durch die Victoria-Street

Ein Passant läuft in London durch die Victoria-Street

Foto: Stefan Rousseau / dpa

Reisende aus Deutschland müssen sich in Großbritannien nicht auf neue Roaminggebühren einstellen. Auch nach dem Ende der Brexit-Übergangsphase am 1. Januar 2021 sollen die Preise konstant bleiben.

»Bei uns bleibt Großbritannien in den EU-Tarifen, so wie jetzt etwa schon die Schweiz inkludiert ist«, sagte ein Sprecher der Deutschen Telekom der dpa. Vodafone gab bekannt: »An den Tarifen ändert sich daher zunächst nichts.« Für den dritten großen Mobilfunkanbieter Telefónica gilt das Gleiche: »Für O2-Kunden mit dem Reiseziel Großbritannien sind bis auf Weiteres die aktuellen Konditionen ihres jeweiligen Tarifs gültig«, sagte ein Sprecher. 1&1 bestätigte: »Für die Kunden von 1&1 ist in Großbritannien bis auf Weiteres EU-Roaming wie bisher möglich.«

»Roam like Home«

Die EU hatte Gebühren für das mobile Surfen mit ihren »Roam Like Home«-Regeln innerhalb der EU-Länder abgeschafft. Mit seinem Austritt aus der EU fällt Großbritannien nicht mehr unter diese Regelung. Bisher gelten sie dennoch, weil sich das Land bis zum Jahreswechsel in einer Brexit-Übergangsphase befindet, in der weitgehend die gleichen Absprachen gelten wie zuvor.

Ob ein Anbieter Extragebühren für das mobile Surfen im Ausland berechnet, hängt allerdings davon ab, welche Regelungen die Mobilfunkanbieter der Staaten miteinander getroffen haben. Für kostenloses Roaming muss ein Land also nicht zwingend Teil der EU sein – in Norwegen und Island etwa gelten ähnliche Regeln für EU-Reisende.

Britische und deutsche Mobilfunkunternehmen wollen sich demnach zunächst gegenseitig keine Roamingkosten in Rechnung stellen. »Derzeit gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich das ändern wird«, sagte der Vodafone-Sprecher.

ire/dpa