Überseegebiet noch ohne Brexit-Deal Und was wird jetzt aus Gibraltar?

Beim Brexit-Deal blieb Gibraltar außen vor – für das Überseegebiet gibt es bisher keine Einigung. Immerhin verspricht Spanien: Arbeitspendler dürfen weiter ein- und ausreisen.
Solche Bilder drohen in Gibraltar bei einem No-Deal zwischen Spanien und Großbritannien

Solche Bilder drohen in Gibraltar bei einem No-Deal zwischen Spanien und Großbritannien

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JORGE GUERRERO / AFP

Gibraltar ist beim Brexit-Abkommen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union leer ausgegangen: Es gibt bisher keine Regelung für das britische Überseegebiet und seine Beziehungen zu Spanien.

Immerhin: Auch künftig sollen Arbeitnehmer zwischen Gibraltar und Spanien pendeln dürfen. Das geht aus einer Pressekonferenz mit der spanischen Außenministerin Arancha González Laya hervor.

Dort sagte González Laya, es sei die Priorität der spanischen Regierung, dass es keine harte Grenze zu Gibraltar geben werde. Aber selbst wenn sich die beiden Verhandlungsparteien nicht auf einen Deal einigten, werde es gesonderte Bestimmungen für Arbeitspendler geben. Dafür müssten sich die Arbeitnehmer bis zum 1. Januar 2021 registrieren, sagte González Laya.

Arancha González Laya bei einer Pressekonferenz in Madrid – sie spricht sich für eine schnelle Einigung zu Gibraltar aus

Arancha González Laya bei einer Pressekonferenz in Madrid – sie spricht sich für eine schnelle Einigung zu Gibraltar aus

Foto: EMILIO NARANJO/EPA-EFE/Shutterstock

Madrid und London verhandeln noch immer darüber, wie die Landesgrenze zwischen Spanien und dem britischen Überseegebiet an der Südspitze der iberischen Halbinsel geregelt wird. Gibraltar war nicht Teil des Deals zwischen London und Brüssel. Einigen sich die Parteien nicht bis Freitag, müssten Reisende einen gestempelten Pass vorweisen.

Gibraltar will Abkommen nach Vorbild des Schengenraums

González Laya warnte davor, dass es zu ähnlichen Szenen kommen könne wie bei den langen Lkw-Staus in Südengland, nachdem Frankreich aufgrund des Coronavirus kurzfristig die Grenzen geschlossen hatte. »Wir haben nicht viel Zeit, und die chaotischen Szenen aus Großbritannien müssen uns daran erinnern, dass wir weiter an einer Einigung für Gibraltar arbeiten müssen«, sagte sie.

»Für uns tickt die Uhr immer noch«, sagte der Chief Minister von Gibraltar, Fabian Picardo. Dem Radiosender Cadena SER sagte er, dass »ein Abkommen nach Vorbild des Schengenraums das positivste Ergebnis« wäre, um die Millionen Grenzüberschreitungen zu erleichtern. Mit dem Schengenabkommen haben zwei Dutzend Nationen die allgemeinen Reisekontrollen abgeschafft. In der Coronakrise wurden lokale Kontrollen wieder eingeführt. Großbritannien ist nicht Teil des Schengenraums.

Rund 15.000 Menschen pendeln täglich zwischen Spanien und Gibraltar. Etwa zehn Millionen Touristen kommen zudem über den Hafen in das Land; der Tourismussektor macht ein Viertel der Wirtschaftsleistung des 32.000-Einwohner-Landes aus.

hba/Reuters/AP
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