Nach Diskussion um Rettungsaktionen Britischer Seenotrettungsdienst verzeichnet Rekordeingang an Spenden
RNLI-Rettungsboot: Überwältigender Vertrauensbeweis
Foto: Dan Kitwood/ Getty ImagesDie Briten haben in der Diskussion um den nationalen Seenotrettungsdienst RNLI überraschend klar Stellung bezogen. Nach heftigen Diskussionen um die Rettung von Flüchtlingen im Ärmelkanal war das Spendenaufkommen am Mittwoch um 2000 Prozent gestiegen. Insgesamt gingen nach Angaben der Organisation mehr als 200.000 britischen Pfund ein – normalerweise sind es allenfalls 6000 bis 7000 Pfund pro Tag.
Jayne George, die für das Sammeln von Spenden verantwortliche Direktorin des RNLI, sprach von einem überwältigenden Vertrauensbeweis in den vergangenen Tage. »Wir haben neben vielen einmaligen Zuwendungen auch eine große Zahl von Zusagen für dauerhafte monatliche Zuwendungen erhalten. Andere wiederum haben ihre Zahlungen aufgestockt.« Eine geringe Zahl an Spendern hätte der Organisation allerdings auch den Rücken gekehrt.
Nach Kritik an den Rettungsaktionen für Flüchtlinge auf dem Ärmelkanal hatte RNLI-Chef Mark Dowie im »Guardian« die Arbeit des Seenotrettungsdiensts verteidigt. Er reagierte damit auf Angriffe des Rechtsaußen-Politikers Nigel Farage, die RNLI habe sich zu einem »Taxiservice für kriminelle Migranten« entwickelt. Mitglieder der Regierung hatten sich danach hinter den RNLI gestellt. Der britische Außenminister Dominic Raab hatte betont, die Seenotretter machten einen hervorragenden Job und verstießen mit ihren Aktionen gegen keinerlei Gesetz.
Die RNLI ist in Großbritannien nicht zuletzt wegen ihrer spektakulären Öffentlichkeitsarbeit sehr prominent. In den Rettungsbooten sind Kameras installiert, die die Einsätze aufzeichnen. Dramatische Szenen aus solchen Rettungsaktionen werden auf YouTube gepostet, um den Unterstützern zu zeigen, was die Organisation dank der Spenden bewegen kann – vom Trawler, der bei Windstärke 11 von den Wellen hin und her geworfen wird, bis zu einem nassen, zitternden Welpen, der wieder seinem Besitzer übergeben werden kann. Der YouTube-Kanal von RNLI verzeichnet durchschnittlich 75.000 Aufrufe im Monat und wurde von 10.000 Zuschauern abonniert.