Bürgerkrieg in Äthiopien Rebellen melden Regierungsangriff auf Flüchtlingslager

Nach Angaben der Tigray sind bei einem Drohnenangriff der äthiopischen Regierung mindestens 56 Zivilisten getötet worden. Eine unabhängige Bestätigung für die angebliche Attacke nahe der Stadt Dedebit gibt es bislang nicht.
Äthiopische Regierungstruppen beim Schusstraining (Archivbild)

Äthiopische Regierungstruppen beim Schusstraining (Archivbild)

Foto: AMANUEL SILESHI / AFP

Bei einem Drohnenangriff auf ein Lager für Binnenflüchtlinge im Norden Äthiopiens sind nach Angaben der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) Dutzende Menschen getötet worden. Wie TPLF-Sprecher Getachew Reda am Samstag auf Twitter mitteilte, wurden bei dem Angriff in der kleinen Stadt Dedebit in der Konfliktregion Tigray »56 unschuldige Zivilisten« getötet. Zum Datum des Angriffs, der sich auf das Vertriebenenlager im Ort konzentriert habe, machte er keine Angaben. Die äthiopische Regierung äußerte sich bis Samstagabend nicht zu dem angeblichen Angriff.

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Der militärische Konflikt in Äthiopien hatte vor gut einem Jahr begonnen, als Ministerpräsident Abiy Ahmed anfing, die TPLF, die in Tigray an der Macht war, zu verdrängen. Die TPLF dominierte Äthiopien gut 25 Jahre lang, bis Abiy 2018 an die Macht kam. Viele Menschen in Tigray fühlen sich von der Zentralregierung nicht vertreten und fordern mehr Autonomie. Die Auseinandersetzungen haben zu einer schweren humanitären Krise im Norden des Landes geführt.

Am Freitag hatte die Regierung bekannt gegeben, im Rahmen einer Amnestie mehrere prominente Gefangene freigelassen zu haben. Unter den Betroffenen waren auch mehrere Vertreter der Opposition und der Rebellengruppe TPLF, die genaue Zahl der Freigelassenen war am Samstag unklar.

Laut UNHCR schon am Mittwoch Lager attackiert

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen hatte am Donnerstag berichtet , dass am Vortag bei einem Luftangriff im Lager Mai Aini drei eritreische Flüchtlinge, darunter zwei Kinder, getötet worden seien. Verantwortliche für die Attacke nannte die UN-Organisation nicht.

sol/dpa/AFP