Diplomatische Beziehungen Bundesregierung begrüßt Abkommen zwischen Israel und Emiraten

Iran und die Türkei kritisieren die überraschende Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und den Emiraten. Die Bundesregierung spricht jedoch von einer "zukunftsweisenden Vereinbarung".
Regierungssprecher Seibert

Regierungssprecher Seibert

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Britta Pedersen/ dpa

Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate erkennen sich gegenseitig an und nehmen diplomatische Beziehungen auf. Die Bundesregierung begrüßt das unter Vermittlung der USA zustande gekommene historische Abkommen. Regierungssprecher Steffen Seibert sprach am Freitag von einer "zukunftsweisenden Vereinbarung", die den Ausgleich und die Partnerschaft zwischen Israel und der arabischen Welt voranbringen werde.

 "Jede Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten ist ein Beitrag zum Frieden in der Region", sagte Seibert. "Und wir hoffen, dass diese Vereinbarungen auch wieder den Weg öffnet hin zu einer verhandelten Zweistaatenlösung."

Bislang galt es als Tabu für arabische Staaten, Abkommen mit Israel zu schließen, bevor der Nahost-Konflikt gelöst ist. Israel und die Emirate pflegten Berichten zufolge aber längst heimlich Kontakte. Aus dem arabischen Raum unterhält Israel bislang nur Beziehungen zu seinen Nachbarn Jordanien und Ägypten. Diese Abkommen liegen allerdings schon mehr als 25 Jahre zurück.

Außenminister Heiko Maas (SPD) würdigte das Abkommen ebenfalls. "Die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist ein wichtiger Beitrag zum Frieden in der Region. Es ist gut, dass die israelische Regierung ihre Annexionspläne suspendiert", teilte Maas nach einem Telefonat mit Israels Außenminister Gabi Aschkenasi mit.

Kritik von Iran und der Türkei

"Wir hoffen, dass diese Einigung Ausgangspunkt für weitere positive Entwicklungen in der Region ist und auch dem Nahostfriedensprozess neuen Schwung verleihen kann", so Maas weiter. Gemeinsam mit Partnern in Europa und der Region habe sich die Bundesregierung in den vergangenen Monaten intensiv gegen eine Annexion im besetzten Westjordanland und für die Wiederaufnahme direkter Verhandlungen eingesetzt. "Wir sind auch bereit, einen solchen Prozess tatkräftig zu unterstützen", so Maas.

Iran und die Türkei verurteilten das Abkommen dagegen scharf. "Das war eine strategische Dummheit, die letztendlich nur die antiisraelische Widerstandsfront stärken wird", teilte das iranische Außenministerium mit. In einer Mitteilung des türkischen Außenamts hieß es, die Emirate hätten die Interessen der Palästinenser verraten. Die VAE-Regierung verteidigte die Einigung dagegen als eine Chance für einen Frieden in Nahost.

als/dpa
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