Wehrbeauftragte Högl Bundeswehrsoldaten in Litauen mangelt es an Jacken und Unterwäsche

Über die schlechte Ausrüstung der Bundeswehr wird seit Jahren diskutiert. Die Wehrbeauftragte Eva Högl hat mit Erschrecken festgestellt, dass es der Truppe im Nato-Einsatz im Nordosten am Nötigsten fehlt.
Nato-Truppen in Litauen

Nato-Truppen in Litauen

Foto:

TOMS KALNINS / EPA

Der Truppe fehlen dicke Jacken und auch Unterwäsche: Die Wehrbeauftragte Eva Högl beklagt erschreckende Ausrüstungsmängel bei den Bundeswehrsoldaten, die in Litauen auf dem Militärstützpunkt Rukla die russische Armee abschrecken sollen. »Die Soldatinnen und Soldaten müssen sich durch Wald und Feld schlagen, sind lange draußen. Mir haben reihenweise Soldatinnen und Soldaten erzählt, dass sie keinen ausreichenden Kälte- und Nässeschutz haben«, sagte die SPD-Politikerin der »Augsburger Allgemeinen«.

Auf die Frage, ob es etwa an Winterjacken fehle, sagte sie: »Genau, dicke Jacken, aber auch Unterwäsche. Alles, was sie brauchen, um gut gegen Kälte und Nässe geschützt zu sein. Und das dürfte es in einem der reichsten Länder der Welt, in der Mitte Europas, eigentlich nicht geben.«

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Auch in Mali und dem Niger fehle Ausrüstung

Die Ausrüstung sei aber reserviert für die schnelle Eingreiftruppe der Nato, berichtete sie. Dies sei »ein Skandal«, der schon ihre Vorgänger beschäftigt habe. »In Afghanistan hatten die Soldatinnen und Soldaten nicht alles, was sie brauchten. Ähnliches habe ich in Mali dem Niger erlebt. Ich bin darüber ziemlich schockiert, weil mir immer gesagt wurde, im Einsatz sei alles vorhanden.«

Die Bundeswehr führt in Litauen auf dem Militärstützpunkt Rukla seit 2017 eine Nato-Einheit zur Abschreckung Russlands und stellte bislang etwa die Hälfte der rund 1200 Soldaten. Wegen der schweren Spannungen im Ukraine-Konflikt hatte das Verteidigungsministerium zuletzt weitere etwa 350 Soldaten in das Partnerland entsandt.

muk/dpa