Iran-Krise Bundeswehr zieht weitere Soldaten aus dem Irak ab

Der Konflikt zwischen Washington und Teheran sorgt für Unsicherheit in der Region: Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer will deshalb die Präsenz der Bundeswehr im Irak weiter verringern.
Ein deutscher Soldat im Irak (Archiv): Nach dem Abzug deutscher Soldaten aus dem Zentralirak, soll auch ein Teil von ihnen aus dem Norden des Landes ausgeflogen werden

Ein deutscher Soldat im Irak (Archiv): Nach dem Abzug deutscher Soldaten aus dem Zentralirak, soll auch ein Teil von ihnen aus dem Norden des Landes ausgeflogen werden

Foto: Kay Nietfeld/ DPA

Die Spannungen im Irak bewegen die Bundesregierung zu einem Teilabzug ihrer Truppen: Bereits in der Nacht zu Dienstag wurden 32 Soldaten aus dem Zentralirak nach Jordanien ausgeflogen, nun will Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer weitere Soldaten abziehen. In den kommenden Tagen werden 26 der derzeit 120 deutschen Soldaten aus dem Nordirak zurück nach Deutschland oder in ein sicheres Nachbarland gebracht. "Alle anderen Kräfte bleiben vorerst auch in Erbil", sagte sie. "Erbil wird weiterbetrieben." Kramp-Karrenbauer hatte die Prüfung eines Teilabzugs bereits gestern angekündigt.

Wegen der Spannungen nach dem tödlichen US-Luftangriff auf den iranischen Topgeneral Qasem Soleimani bereitet die Koalition gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" einen teilweisen Abzug aus dem Irak vor. Das irakische Parlament hatte nach dem tödlichen Drohnenangriff der US-Streitkräfte auf den iranischen General Ghassem Soleimani für einen Abzug der ausländischen Streitkräfte im Land votiert.

"Wir wollen diese Mission fortführen"

Kramp-Karrenbauer sagte, sie habe mit dem irakischen Verteidigungsminister telefoniert und um Klärung gebeten, ob die Regierung in Bagdad die Einladung an die internationale Koalition gegen den "Islamischen Staat" aufrechterhalten will oder ob sie der Resolution des Parlaments folgt. Deutschland sei bereit, den Einsatz fortzusetzen, sagte die CDU-Politikerin nach einer Sondersitzung des Verteidigungsausschusses des Bundestags.

Sie wisse, dass die Regierung der Kurden im Nordirak sich wünsche, dass die Bundeswehr ihren Einsatz und die Ausbildung der Peschmerga dort fortsetze. "Wir wollen diese Mission fortführen, aber für uns ist auch klar, wir werden dies nur tun können, wenn es dazu auch das Einverständnis der irakischen Regierung gibt. Und die irakische Regierung befindet sich zurzeit in der Beratung, wie sie mit dem Votum des irakischen Parlaments umgeht."

Auch nach den Vergeltungsschlägen Irans für die gezielte Tötung von General Soleimani ist die Lage im Irak angespannt. Am späten Mittwochabend schlugen in der hoch gesicherten Grünen Zone in Bagdad erneut zwei Raketen des Typs Katjuscha ein, wie das irakische Militär mitteilte. Verletzte habe es nicht gegeben. Bereits am Sonntag waren zwei Raketen desselben Typs in der sogenannten Green Zone niedergegangen. In und nahe der Grünen Zone geschah dies in den vergangenen Monaten und Jahren mehrfach. Dabei wurden auch Menschen getötet oder verletzt. Solche Angriffe sind häufig das Tun örtlicher Milizen, von den manche auch von Iran unterstützt werden.

mgb/mfh
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