Sahelzone Ministerpräsident tritt zurück – Regierung von Burkina Faso entlassen

Burkina Faso gilt als eines der ärmsten Länder der Welt. Die Krise im Land wird durch den Klimawandel und anhaltenden islamistischen Terror verschärft. Nun benötigt das Land auch noch eine neue Regierung.
Christophe Dabiré ist nicht länger Ministerpräsident des Krisenstaates Burkina Faso

Christophe Dabiré ist nicht länger Ministerpräsident des Krisenstaates Burkina Faso

Foto: OLYMPIA DE MAISMONT / AFP

Inmitten einer Zuspitzung der Sicherheitslage bekommt Burkina Faso eine neue Regierung. Präsident Roch Kaboré entließ seinen Ministerpräsidenten Christophe Dabiré, nachdem dieser offiziell seinen Rücktritt eingereicht hatte, was die Entlassung seines Kabinetts zur Folge hatte. Die Entscheidung wurde kommentarlos in den Abendnachrichten des krisengeschüttelten Sahel-Staates verlesen.

Dabiré rief in einer Erklärung die Bürger auf, Präsident Kaboré »und die neue Regierung, die eingesetzt werden wird, zu unterstützen«. In der Einheit des Handelns könne das Land die Herausforderungen bestehen, mit denen es konfrontiert sei.

Burkina Faso gilt als eines der ärmsten Länder der Welt und ist mit seinen 21 Millionen Einwohnern wegen des Klimawandels  und zunehmenden islamistischen Terrors in einer Krise. Mehr als eine Million Einwohner gelten als Binnenvertriebene. Viele Milizen, die zum Teil dem »Islamischen Staat« (IS) oder Al-Qaida die Treue geschworen haben, agieren über die Grenzen zu Mali und der Zentralafrikanischen Republik hinweg.

Unmut über französische Militärpräsenz

Französische Truppen unterstützten die Regierung, wiederholt wurden französische Konvois zuletzt aber von Protestierenden blockiert, dabei kam es auch zu Schüssen. Ende November kam es zu einem Zwischenfall, bei dem mehrere Menschen verletzt wurden, als französische Soldaten in eine Menge von Protestierenden schossen.

Der Unmut über Frankreichs Militärpräsenz, die 2013 im benachbarten Mali begann, wächst in den ehemaligen Kolonialstaaten. Nach der Intervention Frankreichs wurden zwar führende Dschihadisten getötet, die Gewalt in der Region verschärfte sich dennoch.

hba/dpa/Reuters