Militärdiktatur in Chile Ex-Militärs wegen Mordes unter Pinochet verurteilt

Sie hatten während der Diktatur einen Häftling erschossen – nun erhielten sieben ehemalige Militärs die Höchststrafe. Ihre Tat liegt fast ein halbes Jahrhundert zurück.
Diente während der Militärdiktatur als Gefängnis: das Stadion in Santiago de Chile

Diente während der Militärdiktatur als Gefängnis: das Stadion in Santiago de Chile

Foto: MARTIN BERNETTI/ AFP

Wegen des Mordes an einem Häftling sind in Chile sieben ehemalige Militärs zu Haftstrafen verurteilt worden. Fünf der Armeeangehörigen im Ruhestand wurden zu zehn Jahren Haft verurteilt, zwei zu fünf Jahren. Sie hätten den Gefangenen während der Pinochet-Diktatur "ohne jeglichen Grund" getötet, heißt es in der Anklageschrift. Sie erhielten die höchstmöglichen Strafen.

Der Häftling Francisco Santoni wurde zu Beginn der Militärdiktatur 1973 in La Serena erschossen. Wie die chilenische Zeitung "El Ciudadano" berichtet, hatte er unter den Gefangenen eine führende Rolle inne. Die verurteilten Militärs sollen wenige Tage vor seiner Ermordung von einer angeblich geplanten Massenflucht der Gefangenen erfahren haben.

General Augusto Pinochet hatte 1973 durch einen Militärputsch den demokratisch gewählten Sozialisten Salvador Allende in Chile gestürzt. 3200 Menschen wurden unter seiner Diktatur ermordet oder gelten bis heute als vermisst. Fast 40.000 saßen aus politischen Gründen im Gefängnis oder wurden Opfer von Folter. Die Diktatur endete 1989 durch ein Referendum.

luz
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