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Nach Baerbocks »Diktator«-Aussage zu Xi China bestellt deutsche Botschafterin in Peking ein

Erst nannte Außenministerin Baerbock den chinesischen Staatschef Xi einen Diktator – dann wurde die deutsche Botschafterin ins Pekinger Außenministerium zitiert. Chinas Regierung wertet Baerbocks Aussage als »offene politische Provokation«.
Deutsche Botschafterin in China: Patricia Flor

Deutsche Botschafterin in China: Patricia Flor

Foto: Rodrigo Reyes Marin / ZUMA Wire / IMAGO

Eine Aussage von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) über den chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping schlägt diplomatische Wellen. Wie ein Sprecher des Auswärtigen Amtes dem SPIEGEL auf Anfrage bestätigte, wurde die deutsche Botschafterin Patricia Flor in Peking am Sonntag in das chinesische Außenministerium einbestellt. Dies geschah, nachdem Baerbock dem US-Sender Fox News ein Interview gegeben hatte.

Darin nannte sie Xi einen Diktator. China reagierte mit großer Empörung: Baerbocks Äußerungen seien »extrem absurd und eine schwere Verletzung der politischen Würde Chinas und eine offene politische Provokation«, sagte die chinesische Außenministeriumssprecherin Mao Ning. Peking sei »zutiefst unzufrieden« und werde auf diplomatischem Wege gegenüber der deutschen Seite vorstellig werden.

Baerbock hatte vergangene Woche am Donnerstag während ihres Besuchs in den USA in einem Interview mit dem rechten US-Sender Fox News über den Krieg in der Ukraine gesprochen und gesagt: »Wenn (Russlands Präsident Wladimir) Putin diesen Krieg gewinnen würde, was wäre das für ein Zeichen für andere Diktatoren auf der Welt, wie Xi, wie den chinesischen Präsidenten? Deshalb muss die Ukraine diesen Krieg gewinnen.«

csc/czl/col/gie/AFP