Krieg in der Ukraine Peking fordert Kiew nochmals zu Friedensgesprächen mit Moskau auf
Chinas Außenminister Qin Gang
Foto: Mark Schiefelbein / dpaChina hat die ukrainische Regierung erneut dazu aufgerufen, in Friedensverhandlungen mit Russland zu treten. »China hofft, dass alle Parteien ruhig, vernünftig und zurückhaltend bleiben und Friedensgespräche so bald wie möglich wiederaufnehmen«, sagte Außenminister Qin Gang nach Angaben Pekings in einem Telefonat seinem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba.
Kuleba teilte mit, er habe sich mit Qin über die »Wichtigkeit des Prinzips der territorialen Integrität« ausgetauscht.
During my call with China's State Councilor and Foreign Minister Qin Gang today, we discussed the significance of the principle of territorial integrity. I underscored the importance of @ZelenskyyUa’s Peace Formula for ending the aggression and restoring just peace in Ukraine.
— Dmytro Kuleba (@DmytroKuleba) March 16, 2023
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Es ist ein erneuter Vorstoß Chinas, das im Februar bereits ein 12-Punkte-Papier mit der Forderung nach einem Waffenstillstand vorgelegt hatte, den russischen Angriffskrieg bislang jedoch weiter nicht verurteilt.
Nach SPIEGEL-Informationen verhandelte Peking zuletzt offenbar selbst mit den Russen über eine Lieferung von Kamikazedrohnen. Deshalb wird Chinas Versuch, in dem Konflikt zu vermitteln, im Westen skeptisch gesehen (lesen Sie hier einen Kommentar von SPIEGEL-Korrespondent Christoph Giesen).
Xi plant offenbar Reise zu Putin
Chinas Staatschef Xi Jinping wird laut der Nachrichtenagentur Reuters in der kommenden Woche zu einem Besuch bei Russlands Präsident Wladimir Putin erwartet. Auch plant Xi demnach ein Videogespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
In dem 12-Punkte-Papier hatte Peking etwa gefordert, dass die Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Integrität aller Länder aufrechterhalten werden müsse. Zugleich betonte China jedoch, dass die »legitimen Sicherheitsinteressen aller Länder ernst genommen« werden müssten. Hinter dieser Formulierung sehen Diplomaten einen klaren Hinweis auf die Argumentation Russlands, sich gegen die USA und die Nato verteidigen zu müssen.
Eine rote Linie für Moskau sahen Beobachter jedoch in Chinas klarer Absage zum Einsatz nuklearer Waffen in dem Konflikt. »Atomwaffen dürfen nicht eingesetzt werden, und Atomkriege dürfen nicht ausgefochten werden«, hieß es in dem Papier. Auch die Drohung mit dem Einsatz von nuklearen Waffen sei abzulehnen.