Reaktion auf US-Maßnahmen China ordnet Ausweisung von US-Journalisten an

Die USA haben kürzlich neue Beschränkungen für die Ableger chinesischer Staatsmedien im eigenen Land erlassen. Nun reagiert China - und weist Mitarbeiter von "New York Times", "Wall Street Journal" und "Washington Post" aus.
Auch Mitarbeiter der "New York Times" werden von China ausgewiesen

Auch Mitarbeiter der "New York Times" werden von China ausgewiesen

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MARIO TAMA/ AFP

Die chinesischen Behörden haben in einer Reaktion auf US-Maßnahmen die Ausweisung mehrerer Journalisten der US-Zeitungen "New York Times", "Wall Street Journal" und "Washington Post" angeordnet. Mitarbeiter dieser Medien, deren Akkreditierungen vor dem Jahresende ausliefen, müssten ihre Pressekarten binnen zehn Tagen zurückgeben, teilte das Außenministerium in Peking mit. Es war zunächst unklar, wie viele Journalisten betroffen waren.

Die USA hatten erst kürzlich neue Beschränkungen für die Ableger chinesischer Staatsmedien im eigenen Land erlassen: Chinas staatliche Medien müssen sich künftig dort ähnlich einer Botschaft als ausländische Vertretung registrieren. Hintergrund ist, dass die Regierung in Washington sie als direkte Organe der kommunistischen Führung in Peking einstuft.

Das US-Außenministerium legte eine Obergrenze von 100 akkreditierten Mitarbeitern für fünf chinesische Presseorgane fest. Zudem erwägt die US-Regierung, Visa für chinesische Journalisten künftig stärker zeitlich zu begrenzen.

"Ich hoffe, sie werden das überdenken"

US-Außenminister Mike Pompeo

US-Außenminister Mike Pompeo kritisierte nun die Reaktion Chinas. "Ich hoffe, sie werden das überdenken", sagte er in Washington. Der Vergleich zu den Maßnahmen der USA hinke, beklagte er. In den USA sei die Pressefreiheit in keiner Weise eingeschränkt. China dagegen verweigere der Welt Zugang zu dem, was im Land wirklich vor sich gehe. Dabei wäre Transparenz für die Menschen in China in Zeiten wie diesen wichtiger denn je, sagte er.

Aus Protest gegen einen als beleidigend empfundenen Kommentar im "Wall Street Journal" zum Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 hatte China bereits vor einem Monat drei Korrespondenten dieser Zeitung die Akkreditierung entzogen. Ausländische Korrespondenten derart zu maßregeln, war eine ungewöhnlich scharfe Maßnahme.

evh/dpa
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