Uno-Botschafterin in Taiwan China droht USA mit Konsequenzen

Die Uno-Botschafterin der USA wird kommende Woche in Taiwan erwartet. In China stößt der Besuch auf scharfe Kritik. Washington werde dafür einen »hohen Preis« zahlen, hieß es aus Peking.
US-Diplomatin Kelly Craft: Die Uno-Vertreterin der Vereinigten Staaten wird Taipeh vom 13. bis 15. Januar besuchen

US-Diplomatin Kelly Craft: Die Uno-Vertreterin der Vereinigten Staaten wird Taipeh vom 13. bis 15. Januar besuchen

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PATRICK SEMANSKY / AFP

Das Verhältnis zwischen China und den USA ist angespannt. Nun belastet der geplante Besuch von Uno-Botschafterin Kelly Craft in Taiwan die Beziehungen zusätzlich. Die US-Diplomatin wird kommende Woche in Taiwan erwartet. Peking hat das nun scharf kritisiert.

Einige »antichinesische Politiker« wie Außenminister Mike Pompeo täten in ihrer verbleibenden Amtszeit alles, um die Beziehungen zwischen den USA und China zu untergraben, sagte Außenamtssprecherin Hua Chunying am Freitag vor der Presse in Peking. Bereits am Donnerstag teilte die chinesische Uno-Vertretung mit: »Die Vereinigten Staaten werden einen hohen Preis für ihr Fehlverhalten bezahlen.«

Der Besuch von Botschafterin Craft ist strittig, weil Peking von seinen diplomatischen Partnern verlangt, keine offiziellen Kontakte mit der Regierung in Taipeh zu unterhalten. Peking betrachtet Taiwan, das sich 1949 von China losgesagt hatte, als abtrünnige Provinz, die wieder mit dem Festland vereinigt werden soll – notfalls mit Gewalt. Seit der Wahl der Unabhängigkeitsverfechterin Tsai Ing-wen zur Präsidentin im Jahr 2016 hat Peking den diplomatischen, wirtschaftlichen und militärischen Druck auf Taiwan noch verstärkt.

»China fordert die Vereinigten Staaten nachdrücklich auf, ihre verrückten Provokationen einzustellen«, hieß es in der Erklärung der chinesischen Uno-Vertretung weiter. In der Ankündigung der Reise beschrieb US-Außenminister Pompeo Taiwan als »verlässlichen Partner und lebendige Demokratie, die trotz der Bemühungen (Pekings), ihren großen Erfolg zu untergraben, floriert«.

Craft wird Taipeh vom 13. bis 15. Januar besuchen. Die Visite werde die »starke und anhaltende Unterstützung der USA für Taiwans internationalen Spielraum bekräftigen«, teilte die Uno-Vertretung der USA mit. In Taipeh werde Kelly über »Taiwans beeindruckende Beiträge für die Weltgemeinschaft und die Bedeutung von Taiwans wichtiger und erweiterter Teilnahme in internationalen Organisationen« sprechen.

Vertreter der US-Regierung hatten bereits zuvor Taiwan besucht. Während der Amtszeit des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump waren die Besuche aber häufiger und prominenter geworden, was die Spannungen zwischen Peking und Washington verschärfte.

Zugleich nahm der militärische Druck auf Taiwan durch China zu. Im vergangenen Jahr registrierte Taiwan 380 Verletzungen seiner Verteidigungszone durch chinesische Einheiten, ein neuer Höchstwert.

asc/dpa/AFP
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