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Bericht von Human Rights Watch NGO wirft China vor, im Norden des Landes Moscheen zu zerstören

Moscheen werden in China wohl seit 2018 systematisch abgerissen und überwacht, das geht aus einem Bericht von Human Rights Watch hervor. Ein Dokument belege, mit welcher Strategie Peking vorgeht.
Ein Uigure vor einer Moschee in der chinesischen Xinjang-Region

Ein Uigure vor einer Moschee in der chinesischen Xinjang-Region

Foto: Pedro Pardo / AFP

China schließt, zerstört und widmet Moscheen zu weltlichen Zwecken um, kritisiert die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) in einem neuen Bericht . Das harte Vorgehen bezwecke, die Ausübung des Islam in China einzuschränken. In vielen Moscheen hätten die Behörden islamische Architekturelemente wie Kuppeln und Minarette entfernt.

Etwa 1300 Moscheen in der autonomen Region Ningxia im Nordwesten wurden seit 2020 geschlossen oder umgebaut, sagte die Sinologin Hannah Theaker der BBC . Diese Zahl entspreche einem Drittel der gesamten Moscheen in der Region. In dem mehrheitlich muslimischen Dorf Liaoqiao in der autonomen Region Ningxia wurden drei von sechs Moscheen ihrer Kuppeln und Minarette beraubt, so HRW. Bei den übrigen Moscheen wurden die Hauptgebetshallen zerstört, so die Organisation. Satellitenaufnahmen würden zeigen, dass eine runde Kuppel einer Moschee im Dorf Liaoqiao irgendwann zwischen Oktober 2018 und Januar 2020 durch eine Pagode im chinesischen Stil ersetzt wurde.

Ein Dokument forderte zum Abriss auf

Dem HRW-Bericht zufolge veröffentlichte das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas 2018 ein Dokument, welches eine Strategie zur »Sinisierung« des Islam beschreibt. Das Dokument behandele auch die Kontrolle und »Konsolidierung« von Moscheen in China. Es forderte die Provinzregierungen auf, »mehr abzureißen und weniger zu bauen und sich zu bemühen, die Gesamtzahl solcher Bauwerke zu reduzieren«. Der Bau, die Gestaltung und die Finanzierung von Moscheen müsse »streng überwacht« werden.

China ist offiziell atheistisch. In dem 1,4-Milliarden-Einwohner-Land leben allerdings 20 Millionen Muslime. Zwar lässt China eigenen Angaben zufolge Religionsfreiheit zu. Allerdings wird Peking seit Jahren vorgeworfen, in der nordwestlichen Provinz Xinjiang die Uiguren und andere muslimische Minderheiten systematisch zu unterdrücken. Mehr als eine Million Menschen werden laut Menschenrechtsorganisationen in der Region in Lagern interniert. Peking werden unter anderem Zwangssterilisierungen und Zwangsarbeit vorgehalten. Peking strebe damit eine stärkere Kontrolle an.

aka
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