Für Kampf gegen Wirtschaftskrise China spendet Kuba 100 Millionen Dollar

US-Sanktionen, Corona, Verwaltungschaos: Kuba steckt in einer schweren Krise. Von einem Besuch im sozialistischen Bruderstaat kehrt Präsident Díaz-Canel nun mit guten Nachrichten zurück.
Chinas Präsident Xi Jinping und Amtskollege Miguel Díaz-Canel in Peking

Chinas Präsident Xi Jinping und Amtskollege Miguel Díaz-Canel in Peking

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Ding Lin / AP

Kuba erhält nach Regierungsangaben eine Spende von China von rund hundert Millionen US-Dollar (96 Millionen Euro). Das sei bei Gesprächen zwischen den Präsidenten der beiden Länder, Xi Jinping und Miguel Díaz-Canel, herausgekommen, sagte Kubas Wirtschaftsminister Alejandro Gil zum Abschluss eines China-Besuchs nach einer Mitteilung des kubanischen Präsidialamtes. Das Geld werde für »Prioritäten« ausgegeben, erklärte Gil, der auch Ministerpräsident ist.

Die Delegation des sozialistischen Karibikstaates, zu der auch Außenminister Bruno Rodríguez gehörte, hatte auf der Reise zuvor Algerien, Russland und die Türkei besucht.

Unter anderem wegen US-Sanktionen, den Folgen der Coronapandemie und Verwaltungsproblemen steckt Kuba in einer tiefen Wirtschaftskrise, die auch zur massenhaften Auswanderung beiträgt. Allein zwischen Oktober 2021 und September 2022 wurden nach Zahlen des US-Grenzschutzes mehr als 220.000 Kubanerinnen und Kubaner – etwa zwei Prozent der Bevölkerung des Inselstaates – an der Grenze mit Mexiko aufgegriffen.

Veraltete Infrastruktur

Bei dem Besuch wurden Gil zufolge auch verschiedene mögliche chinesische Investitionen in Kuba besprochen – darunter im Energiesektor. Unter anderem wegen einer veralteten Infrastruktur produziert Kuba nicht genug Strom, um den Bedarf zu decken. Es kommt regelmäßig zu stundenlangen Stromausfällen.

Gil zufolge sprachen die beiden Staatschefs auch über die Schulden, die Kuba bei China angehäuft habe. Angaben zu deren Höhe machte er nicht. »Wir suchen nach für beide Seiten akzeptablen Formeln für die Planung und Umstrukturierung der Schulden«, sagte Gil.

China ist hinter Venezuela Kubas zweitgrößter Handelspartner und neben Russland auch ein wichtiger politischer Verbündeter.

sak/dpa
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