Diplomatische Spannungen China und USA verhandeln über Treffen der Außenminister

Die Beziehungen zwischen Washington und Peking sind angespannt, zuletzt warnte das US-Militär vor einem Überfall Chinas auf Taiwan. In Alaska könnte es zu einem Treffen der Außenminister kommen.
US-Außenminister Antony Blinken

US-Außenminister Antony Blinken

Foto: POOL / REUTERS

Es wäre das erste persönliche Kontakt ranghoher Regierungsvertreter seit Joe Bidens Amtsantritt Präsident: China und die USA erörtern ein mögliches Treffen ihrer höchsten Außenpolitiker in Anchorage im US-Bundesstaat Alaska.

An dem Treffen mit dem neuen US-Außenminister Antony Blinken könnten sowohl der höchste Außenpolitiker der Kommunistischen Partei, Yang Jiechi, als auch der ihm untergeordnete Außenminister Wang Yi teilnehmen, berichtete die Hongkonger Zeitung »South China Morning Post«.

Mit Anchorage liege der mögliche Ort weit weg von der Aufmerksamkeit internationaler Medien, hob das Blatt hervor. Der Ort sei aber noch nicht festgelegt. Auch seien andere Details noch nicht bekannt. Das Weiße Haus bestätigte inzwischen Pläne über Gespräche.

Das Verhältnis zwischen den beiden Ländern hatte unter Bidens Vorgänger Donald Trump stark gelitten. Peking bietet der neuen US-Regierung zwar einen frischen Start an, stellt aber allerlei Bedingungen. So sollen die USA ihre »Einmischung« in Chinas innere Angelegenheit beenden, womit unter anderem die Kritik am Umgang mit den Uiguren oder Hongkong gemeint ist. Zudem fordert Peking ein Ende des Handelskrieges oder der US-Unterstützung für Taiwan, das als Teil der Volksrepublik angesehen wird. US-Präsident Biden hatte im Januar gesagt, die Unterstützung der USA für Taiwan sei »felsenfest«.

US-Admiral rechnet mit Überfall Chinas auf Taiwan bis 2027

Ein Top-US-Militär warnte jüngst vor einem Überfall Chinas auf Taiwan bis 2027. »Die Bedrohung besteht eindeutig in diesem Jahrzehnt, um klar zu sein, in den nächsten sechs Jahren«, sagte der für den Asien-Pazifik-Raum zuständige Admiral Philip Davidson in einer Ausschusssitzung des US-Senats. Der chinesische Außenamtssprecher Zhao Lijian konterte umgehend: Die USA wollten den Streit um die Zukunft Taiwans »aufbauschen« und suchten nach einem Vorwand, ihre Militärausgaben zu erhöhen, ihre Truppen zu verstärken und sich in regionale Angelegenheiten »einzumischen«.

als/dpa