Zersplitterte Linke in Frankreich Ehemalige Justizministerin Taubira tritt bei Präsidentschaftswahl an

Gerechtigkeit, Jugend, Bildung, Umweltschutz und sozialer Dialog: Mit diesen Kernthemen zieht Christiane Taubira für die französischen Linken ins Rennen um die Präsidentschaft – mit überschaubaren Chancen.
Christiane Taubira will französische Präsidentin werden – wie schon 2002

Christiane Taubira will französische Präsidentin werden – wie schon 2002

Foto: Sandrine THESILLAT / PanoramiC / IMAGO

Unter François Hollande war sie Justizministerin, jetzt will sie französische Präsidentin werden: Christiane Taubira ist in das Rennen um den französischen Präsidentenpalast eingestiegen. Am Samstag erklärte die Linkenpolitikerin in Lyon ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen im Frühjahr. Als große Themen nannte die 69-jährige Politikerin aus Französisch-Guyana Jugend, Gerechtigkeit, Bildung, Ökologie sowie einen stärkeren sozialen Dialog. Taubira ist die sechste größere Kandidatin der zersplitterten französischen Linken in diesem Wahlkampf. Umfragen sprechen ihr etwa drei Prozent Unterstützung zu.

Als bekannteste und aussichtsreichste Kandidaten gelten bisher der Linke Jean-Luc Mélenchon, der Grüne Yannick Jadot sowie die Kandidatin der französischen Sozialisten, Anne Hidalgo. Sie alle kommen in den Umfragen aber jeweils nur auf zwischen vier und neun Prozent der Stimmen.

Unterstützerin der Homo-Ehe

Taubira war unter der Präsidentschaft des Sozialisten François Hollande zwischen 2012 und 2016 Justizministerin. Im Streit über eine geplante Verfassungsänderung zur Aberkennung der französischen Staatsbürgerschaft für verurteilte Terroristen mit weiterem Pass war die Politikerin, die damals als Ikone des linken Regierungsflügels galt, zurückgetreten. Im Rampenlicht stand sie vor allem als engagierte Verfechterin des Gesetzes, mit dem Frankreich die Ehe für Homosexuelle öffnete. Bereits 2002 war sie Kandidatin bei den Präsidentschaftswahlen.

Wahlen im April und Mai

Frankreich wählt im April und Mai einen neuen Präsidenten oder eine neue Präsidentin. Traditionell steht der Sieger erst nach einer Stichwahl in der zweiten Runde fest. In den Umfragen hat derzeit der amtierende Staatschef Emmanuel Macron mit 25 bis 26 Prozent die Nase vorn, ohne eine Kandidatur bisher offiziell verkündet zu haben. Als aussichtsreich gelten zudem die Konservative Valérie Pécresse und die extrem Rechte Marine Le Pen mit je 16 bis 17 Prozent.

flg/dpa/AFP
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